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21.03.2012

10:20 Uhr

Bilanz 2011

Dax-Konzerne arbeiten unter Volldampf

VonUlf Sommer

Nun haben alle 30 Dax-Firmen haben ihre Bilanz für 2011 vorgelegt - und die meisten blicken auf ein goldenes Jahr zurück. Noch nie waren die Schwergewichte der deutschen Wirtschaft so profitabel, selten so optimistisch.

Auch der Düngemittel- und Salzproduzent Kali & Salz hat das vergangene Jahr stark abgeschlossen. dpa

Auch der Düngemittel- und Salzproduzent Kali & Salz hat das vergangene Jahr stark abgeschlossen.

DüsseldorfDie Bilanz der deutschen Großkonzerne erscheint nur auf den ersten Blick enttäuschend: Mit 1,1 Billionen Euro haben die 25 größten börsennotierten Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar so viel umgesetzt wie noch nie – zehn Prozent mehr als 2010. Doch trotz dieses bemerkenswerten Zuwachses an Masse schafften es die Dax-Unternehmen gerade mal, den operativen Vorjahresgewinn zu wiederholen. Er ging minimal von 82,5 auf 82,4 Milliarden Euro zurück. Dadurch sank die wichtige Marge – also die Relation aus Umsatz und Gewinn – von 8,5 auf 7,7 Prozent.

Aber es waren gerade mal vier Konzerne, die eine eigentlich positive Gesamtbilanz trübten. Die Versorger Eon, RWE, der Stahlriese Thyssen-Krupp und die Lufthansa fuhren aufgrund hoher Abschreibungen und Verluste einen um 16,6 Milliarden Euro geringeren operativen Gewinn ein als im Jahr zuvor – das entspricht einem Fünftel der Gesamterträge. Thyssen-Krupp und Eon rutschten sogar in die roten Zahlen.

Die große Mehrheit der Dax-Konzerne machte es jedoch deutlich besser. Sie wiesen Rekordgewinne aus und steigerten ihre Profitabilität in bislang unbekanntem Ausmaß. Industriekonzerne wie BASF, Linde und Siemens sowie die Autobauer BMW, Daimler und VW profitierten von der enormen Nachfrage, besonders aus China. VW erzielte mit 15,8 Milliarden Euro den höchsten Nettogewinn, den jemals ein deutsches Unternehmen erreicht hat. Eine „so große Zweiteilung der deutschen Großindustrie“ wie 2011 ist auch für Karlheinz Küting, Direktor am Centrum für Bilanzierung und Prüfung in Saarbrücken, trotz seiner jahrzehntelangen Praxis neu.

So erzielten zwölf der 25 Dax-Konzerne zweistellige operative Margen. Bei SAP blieben mit 34,3 Prozent mehr als ein Drittel des Umsatzes als operativer Gewinn übrig – nach bereits exzellenten 20,8 Prozent im vorangegangenen Geschäftsjahr. „Deutschlands Vorzeigeunternehmen bestätigt Jahr für Jahr seine Vormachtstellung und baut sie sogar noch aus“, sagt Küting. Die 1972 gegründete Softwareschmiede ist nach Siemens das wertvollste deutsche Unternehmen.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

21.03.2012, 11:24 Uhr

Herr Sommer verfügt über die Gnade der selektiven Erinnerung und blendet die Entwicklung im Banken- und Versicherungssektor einfach aus nach dem Motto: wir rechnen uns den Dax schön.

Produktivitaetszuwachs

21.03.2012, 11:48 Uhr

Wenn es Deutschland so blendend geht, wir unsere Produktivität um das 100-fache gesteigert haben, warum leben in Deutschland dann nicht ALLE Menschen im Wohlstand?
Warum müssen 5 Millionen Menschen von Hartz IV Leistungen und knapp 2 Millionen Menschen von ALG 1 Bezügen leben?

Produktivitaetszuwachs

21.03.2012, 11:52 Uhr

Entschuldigung, es muss natürlich knapp 3 Millionen heissen!

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