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07.03.2012

11:13 Uhr

Bilanz 2011

EnBW macht 800 Millionen Euro Verlust

Die Abschaltung zweier Atomkraftwerke hat EnBW 2011 schwer getroffen. Der Energiekonzern macht mehr als 800 Millionen Euro Verlust. Auch für die nächsten Jahre sieht es schlecht aus.

EnBW hat das Geschäftsjahr 2011 mit einem großen Minus abgeschlossen. dpa

EnBW hat das Geschäftsjahr 2011 mit einem großen Minus abgeschlossen.

Frankfurt/KarlsruheDer Energiekonzern EnBW hat nach der Abschaltung zweier Atomkraftwerke für 2011 einen hohen Verlust in den Büchern. Wegen außerordentlicher Belastungen habe sich ein Konzernfehlbetrag von 816 Millionen Euro ergeben, teilte der drittgrößte deutsche Energiekonzern am Mittwoch mit. Im Vorjahr hatte unter dem Strich noch ein Gewinn von 1,2 Milliarden Euro gestanden.

Beim Umsatz konnte der Konzern zulegen. Er stieg von 17,5 auf knapp 18,8 Milliarden Euro. Davon wurden knapp 16,2 Milliarden Euro mit Strom verdient. Dies ist im Vergleich zu 2010 ein Plus von 7,9 Prozent. EnBW werde auch seine ursprünglichen Wachstums- und Ergebnisziele für 2012 und 2013 nicht erreichen, erklärte der scheidende Vorstandschef Hans-Peter Villis im Geschäftsbericht. Das bereinigte operative Ergebnis (Adjusted Ebitda) werde im laufenden Jahr um zehn bis 15 Prozent sinken. „Dieser Trend wird sich 2013 fortsetzen“, sagte Villis.

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Die Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Energiewende soll beim viertgrößten deutschen Stromversorger noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Die Bereitschaft dazu zeige das Vertrauen der beiden Großaktionäre, des Landes Baden-Württemberg und des kommunalen Zweckverbandes OEW, in das Unternehmen, sagte Villis auf der Bilanzpressekonferenz in Karlsruhe. Beide hatten grundsätzlich grünes Licht für die auf 800 Millionen Euro taxierte Kapitalerhöhung gegeben.

Der Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) hatte die Kapitalspritze für den Sommer in Aussicht gestellt. Villis äußerte sich nicht zum Zeitplan. Dabei können sie im Gegenzug nur mit einer geringeren Ausschüttung von der Energie Baden-Württemberg (EnBW) rechnen. Die Dividende soll auf 85 Cent (2010: 1,53 Euro) gesenkt werden.

Damit kassieren das Land und die OEW jeweils knapp 100 Millionen Euro. Für Baden-Württemberg reicht dies nicht, um wie erhofft daraus die Zinsen auf den Milliardenkredit zur Übernahme des Anteile des französischen Energiekonzerns EdF vor einem Jahr zu zahlen. Villis stellte seine letzte EnBW-Jahresbilanz vor; er wird das Haus spätestens im Herbst verlassen.

Kommentare (5)

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vandale

07.03.2012, 11:40 Uhr

Wenn man einem Obstbaum die stärksten Aeste absägt, dann ist dieser ziemlich verkrüppelt.
Wenn man einem Versorger der zu grossen Teilen auf 4 modernen umweltfreundlichen Kernkraftwerken steht, diese willkürlich aus einer religiösen Laune heraus nimmt, so ist dieser gleichfalls ziemlich verkrüppelt.

Die Frage die sich auch angesichts der Eigentümerstruktur stellt, ist ob ENBW Schadensersatzforderungen an die Regierung gestellt hat, oder dabei ist diese zu stellen.

Vandale

uh.sheep@gmail.com

07.03.2012, 14:11 Uhr

Die Gottseligkeit mit Genügsamkeit aber ist ein großer Gewinn; denn wir haben nichts in die Welt hereingebracht, so dass wir auch nichts hinausbringen können. Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, so wollen wir uns daran genügen lassen.

1.Timotheus 6; 6-8

gerhardq

07.03.2012, 15:10 Uhr

Sorry, das ist nichts weiter als eine Bilanzmanipulation!
ENBW hat den Umsatz auf 18.789,7Mio (2010: 17.509,0Mio) EUR steigern können. Der Stromabsatz stieg ebenfalls auf 155,7Mrd kWh (2010: 146,9Mrd kWH).
Bei den Aktiva stieg das Umlaufvermögen auf 5.114,6Mio EUR (2010: 4.329,4Mio EUR), davon stieg der Anteil von Wertpapieren und flüssigen Mitteln auf 2.302,9Mio EUR (2010: 1.711,5Mio EUR). Allein hier sind schon ca. 600Mio versteckt!
Auch die Rückstellungen stiegen auf 4.774,2Mio EUR (2010: 4.055,6Mio EUR), eine weitere Differenz von ca. 700Mio EUR.

ENBW hat in Wirklichkeit üppige Gewinne gemacht. Nur um die Öffentlichkeit und möglicherweise auch die Politik zu täuschen, hat man tüchtige Bilanzkosmetik gemacht, so daß ein Verlust herauskam.

Wenn ich mir die Argumentationen der letzten Wochen zum EEG betrachte und gleichzeitig die im Verhältnis zum Vorjahr gestiegenen realen Gewinne ansehe, daß fühle ich mich betrogen - von Wirtschaft und von der Politik.

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