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24.02.2012

12:57 Uhr

Bilanz 2011

Winterkorn feiert Rekordgewinn für VW

VW hat überraschend früh Bilanz für 2011 gezogen - und die fällt glänzend aus: Europas größter Autobauer hat im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn erzielt. Anleger geraten dennoch nicht in Euphorie.

VW: Immer neue Rekorde

Video: VW: Immer neue Rekorde

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Wolfsburg/HannoverVolkswagen hat die Konkurrenz mit einem Rekordgewinn abgehängt. Europas größter Autobauer profitierte im vergangenen Jahr wie kein anderer Hersteller vom weltweiten Autoboom und zahlt den Aktionären eine Rekorddividende. Der Nettogewinn verdoppelte sich 2011 auf 15,8 Milliarden Euro, wie der Wolfsburger Konzern am Freitag bekanntgaben.

Die Stammaktionäre - darunter als größte die Porsche Holding, das Land Niedersachsen und das Emirat Katar - sollen eine um 80 Cent auf drei Euro erhöhte Dividende erhalten. Sechs Cent mehr je Anteilscheins will VW den stimmrechtslosen Vorzugsaktionären zahlen. Im Schlussquartal lief es dagegen nicht mehr ganz so rund. In diesem Zeitraum sank der operative Gewinn.

Die größten Autohersteller

General Motors

Der Autobauer hat im Jahr 2011 insgesamt 9 Millionen Fahrzeuge abgesetzt und war damit Spitzenreiter der Branche. Auch bei der Forschung ist GM vorn mit dabei: Das Budget dafür beträgt 6,9 Milliarden Dollar (2010).

Volkswagen

Platz zwei beim Absatz: 8,4 Millionen Stück, bei der Forschung auf Platz drei (6 Milliarden Dollar).

Toyota

Platz drei: 8 Millionen Fahrzeuge haben die Japaner abgesetzt. Toyota ist auch bei der Forschung Spitze: Der japanische Konzern gab mit 8,5 Milliarden Dollar so viel für die Forschung aus wie keiner der Mitbewerber.

Hyundai

Platz vier für die Koreaner (mit Kia): 6,1 Millionen Stück, bei der Forschung mit 5,7 Milliarden Dollar ebenfalls Vierter.

BMW

Mit 1,7 Millionen abgesetzten Fahrzeugen auf Platz zwölf, bei der Forschung mit einem Budget von 4,1 Milliarden Dollar auf Platz acht.

Daimler

Platz 13 bei den Auslieferungen: 1,4 Millionen Stück, bei der Forschung auf Platz sieben (4,6 Milliarden Dollar).

Quellen: Ernst & Young (Absatz), Booz & Company, Unternehmensangaben (Forschungsausgaben)

Anleger verfielen angesichts des historisch hohen Gewinns allerdings nicht in Euphorie. In einem ansonsten freundlichen Umfeld verlor die im Dax gelistete Vorzugsaktie des Wolfsburger Konzerns zeitweise ein Prozent an Wert. Börsianer begründeten dies damit, dass Anleger Kasse machten. Das Papier hatte seit Anfang Januar mehr als 20 Prozent zugelegt.

VW zog die Veröffentlichung der Zahlen vor, nachdem der enorme Gewinnanstieg bereits durchgesickert war. Eigentlich wollte der Aufsichtsrat erst am Montag darüber beraten.

Volkswagen hat den Gewinn im abgelaufenen Jahr dank des weltweiten Autobooms mehr als verdoppelt und hebt die Dividende stark an. Das Ergebnis nach Steuern kletterte auf 15,8 Milliarden Euro, wie VW am Freitag bekanntgab. Im Vorjahr hatten 7,2 Milliarden zu Buche gestanden. Die Dividende soll um je 80 Cent auf drei Euro je Stamm- und 3,06 Euro je Vorzugsaktie angehoben werden. Im Vorjahr lag die Dividende bei 2,20 Euro und 2,26 Euro. Zu dem guten Nettoergebnis hat allerdings auch die Neubewertung von Aktienoptionen beigetragen, nachdem die Fusion mit Porsche im vergangenen Jahr abgesagt wurde. Das ergab einen Buchgewinn, der sich auf die tatsächliche Finanzlage nicht auswirkt.

VW erhöht Ausschüttung

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Der Betriebsgewinn kletterte um fast 60 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro. Mit etwa soviel hatten Analysten gerechnet. Sie waren im Schnitt für das vergangene Jahr von einem operativen Ergebnis von 11,4 Milliarden Euro ausgegangen. Trotz des Kaufs der Mehrheit von MAN und der Porsche Holding in Salzburg im vorigen Jahr hat der VW-Konzern immer noch 17 Milliarden Euro in der Kasse. Damit ist er bestens gerüstet für den Weg an die Weltspitze, die die VW-Führung spätestens 2018 erreichen will.

Kommentare (28)

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Zahlen

24.02.2012, 12:15 Uhr

Wieviele unterbezahlte Leiharbeiter beschäftigt VW aktuell?

Die_Glocke

24.02.2012, 12:26 Uhr

Ich bin dafür, dass VW 15 Mrd. Euro in den Eurorettungsschirm einzahlt. Wenn die Exportindustrie so scharf auf den Euro ist, soll sie ihn ermöglichen und bezahlen. Das ist jedenfalls nicht die Aufgabe des deutschen Steuerzahlers, der so noch mit seinem Geld die Exportindustrie subventioniert.

Schade, dass die verbohrten deutschen Gewerkschaften und die überforderten Sozialdemokraten diese Zusammenhänge nicht verstehen! Früher hat der SPD-Superminister Karl Schiller zur starken DM gesagt: "Sie ist die Sozialdividende der Arbeitnehmer." Schon vergessen?

Marco

24.02.2012, 12:44 Uhr

Umsatz: 159,000,000,000.00 EUR
Volumen: 8,160,000.00 Stück

Unter der Prämisse, dass VW nur durch den Verkauf von Fahrzeugen diesen Umsatz generierte, würde das bedeuten, dass der durchschnittliche Verkaufspreis/Stück bei ca. 19,485.00 EUR (netto) liegt.

Nur mal zum Nachdenken...

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