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02.08.2011

18:09 Uhr

Bilanzierungsvorschrift

Rechnerisches Minus bei Porsche

Gute Verdienste im ersten Halbjahr 2011 des deutschen Autobauers werden durch Bilanzierungsvorschriften geschmälert. Das Minus sei aber nur ein rechnerischer Sondereffekt.

Das Logo des deutschen Autobauers Porsche. Quelle: dapd

Das Logo des deutschen Autobauers Porsche.

StuttgartVolkswagens Freude ist Porsches Leid: Weil das Stuttgarter Unternehmen den Wert seiner Optionen reduzieren musste, schrumpfte der Gewinn der börsennotierten Porsche Holding im zweiten Quartal deutlich. Bei Volkswagen indes sorgte die Neubewertung des Überkreuzgeschäftes dafür, dass das Finanzergebnis im ersten Halbjahr um 2,1 Milliarden Euro höher ausfiel. Nach dem gescheiterten Übernahmeversuch von VW durch die damalige Porsche-Führung um Vorstandschef Wendelin Wiedeking vor zwei Jahren hatten die beiden Automobilkonzerne vereinbart, bis Ende 2011 zu fusionieren. Je weiter die Verschmelzung jedoch wegen juristischer und steuerlicher Risiken in die Ferne rückt, desto wahrscheinlicher wird, dass sich VW auch die zweite Hälfte des Fahrzeuggeschäfts von Porsche einverleibt. Dadurch verändert sich der Wert dieser Optionen.

Für den Fall, dass die Verschmelzung platzt, hatten sich VW und Porsche vorsorglich gegenseitig Put/Call-Optionen auf die Anteile am Fahrzeuggeschäft eingeräumt. Bei Porsche zehrt diese Vereinbarung nun am Gewinn. Von knapp 700 Millionen Euro Überschuss, die die Holding zu Jahresauftakt auswies, blieben zur Jahresmitte nur noch 149 Millionen übrig. Den Rückgang von April bis Juni begründete das Unternehmen mit der niedrigeren Bewertung der Optionen. Dabei handelt es sich um einen rein buchhalterischen Effekt. Geld fließt dabei nicht.

In der börsennotierten Porsche Holding sind die Anteile am Fahrzeuggeschäft und am Volkswagen-Konzern gebündelt. Den Gewinn aus beiden Beteiligungen bezifferte Porsche mit 1,93 Milliarden Euro. Dieser sei durch den Wertverfall der Optionen um 1,64 Milliarden Euro gesunken. Zudem hätten Zinszahlungen zu Buche geschlagen. Der Schuldenberg, der Ende März noch bei 6,7 Milliarden Euro gelegen hatte, verringerte sich zugleich auf 1,5 Milliarden. Schon im April hatte Porsche nur noch 1,8 Milliarden Verbindlichkeiten, da der Konzern bei einer Kapitalerhöhung in großem Umfang Schulden tilgte. Die Dividende von Volkswagen, an der die Porsche Holding mit 51 Prozent beteiligt ist, sorgte zudem dafür, dass die Schulden um rund 300 Millionen Euro schrumpften.

An ihrem Fusionsplan halten die beiden Unternehmen fest, obwohl sie selbst die Erfolgschancen auf nur noch 50 Prozent veranschlagen. Porsche bereite „alles Notwendige“ für die beabsichtige Verschmelzung vor, hieß es. Die Aktionäre beider Gesellschaften sollen die Verträge auf außerordentlichen Hauptversammlungen im Dezember absegnen.

Von

rtr

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