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26.07.2012

09:42 Uhr

Billigimporte aus China

Europas Solarfirmen schmieden Bündnis

VonMartin Murphy, Georg Weishaupt

ExklusivDie europäischen Solarfirmen werfen ihren Konkurrenten aus China Wettbewerbsverzerrung vor. Deshalb wollen sie nun klagen. Auch Deutsche Firmen sind dabei.

Eine chinesische Solarzellenfabrik. dapd

Eine chinesische Solarzellenfabrik.

Frankfurt, DüsseldorfEuropas Solarindustrie geht rechtlich gegen ihre Wettbewerber aus China vor. Bei der Europäischen Kommission sei eine Anti-Dumping-Klage gegen Hersteller aus China eingereicht worden, bestätigte Milan Nitzschke, Sprecher der neuen Initiative EU ProSun.
„Die Klage wird von der Mehrheit der europäischen Industrie unterstützt“, sagte Nitzschke dem Handelsblatt. Hinter dem Bündnis stehen 25 Firmen aus Deutschland, Italien, Spanien und anderen EU-Ländern. Dazu zählen in Deutschland unter anderem das Bonner Unternehmen Solarworld und Sovello aus Bitterfeld-Wolfen.

Die Kläger werfen ihren Konkurrenten aus China massive Wettbewerbsverzerrung vor. So würden Firmen wie Suntech, Yingli und LDK Solar vom chinesischen Staat erheblich subventioniert. „Die chinesischen Unternehmen werden mit milliardenschweren Krediten versorgt und bieten trotz massiver Verluste ihre Produkte zu Preisen unter ihren Herstellungskosten an“, kritisierte Nitzschke. Erst kürzlich hatte beispielsweise die Stadt Xinyu einen Kredit in Höhe von 78 Millionen Dollar für die dort ansässige LDK Solar getilgt.
Am zuständigen EU-Handelskommissar Karel de Gucht wird es nun liegen, Belege dafür zu finden. Die EU-Kommission wird bis Mitte September entscheiden, ob die Klage angenommen wird. Ein vorläufiges Urteil soll dann bis Juni kommenden Jahres gefällt werden. Denkbar ist, dass dies früher geschieht. Mögliche Anti-Dumping-Zölle würden dann rückwirkend verhängt werden.

Chinesische Produzenten laufen dagegen Sturm. Ihre Allianz für Bezahlbare Solarenergie AFASE (Alliance for Affordable Solar Energy) sprach sich entschieden gegen Strafzölle aus. „Offene Märkte sind unerlässlich, um Solarenergie bezahlbar zu machen und die Klimaschutzziele der EU zu erreichen“, sagte Gregory Spanoudakis, Europa-Präsident der chinesischen Canadian Solar und AFASE-Mitglied. Protektionistische Maßnahmen würden der Solarindustrie in vielerlei Hinsicht schaden. Sie hätten gestiegene Preise zur Folge und würden die Verbraucher ebenso wie die Staatshaushalte stark belasten, sagte er.

Kommentare (22)

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Coza

26.07.2012, 08:43 Uhr

Die Chinesen haben eben dank des Exportüberschusses gegenüber den USA genug Geld, wir schmeissen unseres raus in die europäischen Südländer, das reicht dann nicht mehr für die eigenen Firmen.

HofmannM

26.07.2012, 08:55 Uhr

Endlich, das ist es, dass letzte Aufbäumen der europäischen Solarbranche, bevor diese den wohlverdienten Insolvenzbach hinuntergespült wird.
Auf zum letzten Gefecht. Und danach kommen die nächsten unwirtschatlichen Energieerzeuger an die Reihe. Die Windmühlen!

Ginkobil

26.07.2012, 09:09 Uhr

"Die Chinesen" haben eben dank des Exportüberschusses gegenüber den USA genug Geld, "wir" schmeissen "unseres" raus in die europäischen Südländer, das reicht dann nicht mehr für die "eigenen" Firmen.

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