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07.03.2011

06:44 Uhr

Bio-Quote abschaffen

Mineralölwirtschaft will sich vor E10-Strafen drücken

Der Biosprit E10 sorgt für neuen Streit: Ungeachtet der schweren Vorwürfe gegen sie selbst fordert die Mineralölwirtschaft nun, dass die Strafzahlung bei Nichterfüllung der Bio-Quote abgeschafft werden soll.

Die Seltenheit: Ein Autofahrer zapft den Bio-Kraftstoff Super E10. Quelle: dpa

Die Seltenheit: Ein Autofahrer zapft den Bio-Kraftstoff Super E10.

Berlin Der Mineralölwirtschaftsverband hat angesichts der Probleme bei dem neuen Bio-Sprit E10 eine Abschaffung der Strafzahlung bei Nichterfüllung der Bio-Quote gefordert. Niemand dürfe dafür bestraft werden, dass Autos kein E10 vertrügen und deshalb die Bio-Quote einfach nicht erfüllt werden könne, sagte Verbands-Chef Klaus Picard der "Bild"-Zeitung. "Die Strafzahlung muss abgeschafft werden."

E10 hat einen Anteil von bis zu zehn Prozent Bioethanol, den unter anderem Firmen wie Cropenergies oder Verbio

produzieren. Die Mineralölwirtschaftsbranche ist verpflichtet, ab diesem Jahr eine Quote von 6,25 Prozent an Biosprit mit dem herkömmlichen Treibstoff zu verkaufen. Andernfalls drohen Strafzahlungen. Diese würden nach Angaben der Branche wiederum dann das herkömmliche Super-Benzin um rund zwei Cent pro Liter verteuern.

Die Motoren von knapp zehn Prozent der Autos auf deutschen Straßen verträgt die Sorte E10 allerdings nicht. Offenbar sind aber sehr viele Autofahrer bei E10 noch verunsichert. Deshalb wird die Sorte kaum gezapft. Die E10-Lager quellen über, während der übrige Super-Kraftstoff knapp wird.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat die Automobil-, Biokraftstoff- und Mineralölwirtschaft sowie Bauern-, Umwelt- und Verbraucherverbände und mehrere Minister für Dienstag zu einem "Benzin-Gipfel" geladen, um das Problem zu besprechen.

Die Regierung setzt derweil auf die Einsicht der Verbraucher. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) verteidigte in der "Bild am Sonntag" den Biosprit und betonte: "Die Politik verpflichtet die Industrie lediglich zur Einhaltung einer bestimmten Biokraftstoffquote, die zwar gestiegen, aber nicht neu ist". Die Einführung von E10 diene auch dazu, die Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren. Die Grünen fordern hingegen ein vorläufiges Aus.

Autofahrer, deren Fahrzeug nicht für E10 geeignet ist, könnten möglicherweise vom Kraftfahrzeugbundesamt informiert werden. Das sei eine Möglichkeit, über die auf dem "Benzin-Gpfel" geredet werden müsse, sagte Bundeswirtschaftminister Rainer Brüderle. Die Schuld für das Chaos um E10 sieht er bei der Industrie. Zunächst einmal sei es Aufgabe der Mineralölwirtschaft, die Kunden zu informieren. "Die Verbraucher müssen überzeugt sein, dass das für ihr Fahrzeug der richtige Treibstoff ist, sonst werden sie es nicht kaufen", sagte Brüderle. In der schwarz-gelben Koalition wächst der Unmut über Röttgens Krisenmanagement - so geht der "Benzin-Gipfel" auf die Initiative von Brüderle zurück, der für E10 gar nicht zuständig ist.

Kommentare (9)

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NOGO

07.03.2011, 07:23 Uhr

Die Autofahrer sind nicht verunsichert, sonder sie wollen es nicht. Verunsichert ist lediglich die Politik ob der gigantischen Fehleinschätzung.

mfgreinhard

07.03.2011, 08:13 Uhr

Ökoterrorist Röttgen bekäömpft das eigene Volk um sich bei der Klimakirche und den Bilderbergern anzubiedern!

Umwelt

07.03.2011, 09:04 Uhr

Mein Auto verträgt E10, aber das Risiko ist wo ganz wo anders:
So lange nicht klar bewiesen ist, dass die Ökobilanz von E10 wirklich gut ist, werde ich das Risiko nicht eingehen, der Versteppung der Landsschaft, Monokulturen von Mais statt Getreideanbau, Roden von Urwald, usw Vorschub zu leisten.
Was die 2Cent Strafe angeht: Da der Preis von normalem Super um 5 Cent erhöht wurde bedeutet das faktisch ja, dass er um 3 Cent billiger wird und E10 kann zusätzlich angeboten werden. Wenn dessen Ökobilanz gut ist, wäre ich auch bereit dafür den gleichen Preis wie für E5 zu bezahlen.
Warum alle meinen, man habe Angst um sein Auto ist mir unverständlich. Das Deutschland vermaist ist viel schlimmer!!

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