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05.01.2010

09:39 Uhr

Bioform-Akquisition

Merz Pharma will in den USA zukaufen

VonSiegfried Hofmann

Das Frankfurter Pharmaunternehmen Merz will für umgerechnet rund 177 Mio. Euro das US-Unternehmen Bioform Medical übernehmen. Durch die größte Akquisition in der Firmengeschichte hofft das Familienunternehmen, seine Position in der Dermatologie zu verstärken.

Blick in ein Forschungslabor am Sitz von Merz in Frankfurt am Main. Der Zukauf von Bioform soll die Wachstumschancen in der ästhetischen Medizin verbessern. Quelle: dpa

Blick in ein Forschungslabor am Sitz von Merz in Frankfurt am Main. Der Zukauf von Bioform soll die Wachstumschancen in der ästhetischen Medizin verbessern.

FRANKFURT. Die börsennotierte Bioform vertreibt und entwickelt eine Reihe von Produkten für die Schönheitsbehandlung - ein Bereich in dem Merz ebenfalls vertreten ist, unter anderem mit der Pflegeserie Merz Spezial und einer speziellen Variante des Faltenglätters Botox. Der Umsatz des US-Unternehmens erreichte zuletzt umgerechnet rund 37 Mio. Euro, wobei allerdings ein operativer Verlust von rund 14 Mio. Euro ausgewiesen wurde. Hauptprodukt von Bioform ist ein sogenannter Filler zur Faltenbehandlung. Gemeinsam mit Bioform habe die Merz-Gruppe künftig noch besseres Wachstumspotenzial in der ästhetischen Medizin, sagte der Vorsitzende des Gesellschafterrates und Haupteigner des Unternehmens, Jochen Hückmann.

Den Aktionären von Bioform will Merz 5,45 Dollar je Aktie und damit einen Aufschlag von 60 Prozent gegenüber dem letzten Börsenkurs bieten. Das Bioform-Management und der mit 15 Prozent größte Einzelaktionär des US-Unternehmens, Essex Woodlands Health Ventures, haben dem Deal nach Angaben von Merz bereits zugestimmt.

Merz verzeichnete in den letzten Jahren einen starken Aufschwung dank des erfolgreichen Alzheimer-Medikaments Memantine. Im Geschäftsjahr 2008/09, das im Juni endete, verbuchte das Unternehmen bei 590 Mio. Umsatz einen Betriebsgewinn von 136 Mio. Euro.

Wie etliche Großkonzerne steht allerdings auch Merz vor der Herausforderung, Nachfolgeprodukte aufzubauen für die Zeit ab 2014, wenn das Memantine-Patent ausläuft. Der Bereich Ästhetik soll dabei eine wichtige Rolle spielen. Finanziell dürfte die Übernahme dank des starken Cash-Flows der vergangenen Jahren kein Problem darstellen.

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