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04.03.2011

16:23 Uhr

Biokraftstoff E10

„Das sind alles Pfuscher, Murkser und Dilettanten“

VonNele Hansen

ExklusivDas Thema E10 erregt die Gemüter. Nach dem Verkaufsstopp des Biosprits schieben sich die Beteiligten den Schwarzen Peter gegenseitig zu. Die Kritik von Experten trifft indes vor allem die Mineralölkonzerne und den ADAC.

Mineralölkonzerne haben die Vermarktung von E10 gestoppt. Jetzt wird der Schuldige gesucht. Quelle: dapd

Mineralölkonzerne haben die Vermarktung von E10 gestoppt. Jetzt wird der Schuldige gesucht.

„Das sind alles Pfuscher, Murkser und Dilettanten“, wettert Ernst Prost. Der Geschäftsführer des Motorenölherstellers Liqui Moly kann das Chaos um die Einführung des Biosprits E10 nicht verstehen. Am Donnerstag hat die Benzinbranche die Einführung des Biobenzins E10 gestoppt. Autofahrer hatten befürchtet, dass der neue Treibstoff ihre Motoren schädigt und zapften kaum etwas.

Während sich Politik, Ölkonzerne, Tankstellen und Verbände die Schuld gegenseitig in die Schuhe schieben, steht für Ernst Prost der Schuldige fest. „Das ist eine riesige Kommunikationspanne der Mineralölkonzerne“ sagt er. “Wie kann man denn ein Produkt einführen ohne vorher darüber zu informieren?“ Man könne doch auch kein neues Medikament einführen ohne einen Beipackzettel mitzuliefern. Er haut damit in die gleiche Kerbe wie Umweltminister Norbert Röttgen (CDU), der kritisiert hatte, dass die Branche an Tankstellen nicht ausreichend für den neuen Biosprit geworben habe.

Ferdinand Dudenhöffer gestikuliert. Quelle: dpa

Ferdinand Dudenhöffer gestikuliert.

Ferdinand Dudenhöffer sieht die Schuld indes ganz klar beim ADAC. „Die Verbraucher sind hochgradig verunsichert und das ist zu 90 Prozent die Schuld des ADAC“, erklärt der Professor für Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen. „Der ADAC hat nur Stimmung gemacht, er hätte auch informieren können, anstatt gegen die E10-Einführung zu wettern.“ Der größte Automobilclub Europas mache gegen den Biosprit mobil und missbrauche das Thema, um Mitglieder zu gewinnen. Die Tankstellen hingegen seien die Unschuldigsten und die Mineralölkonzerne wüssten schließlich nicht, welches Auto den Biosprit auch vertrage.

Denn knapp 10 Prozent der Autos kommen mit dem neuen Biosprit nicht klar, der zu 10 Prozent aus Bio-Ethanol besteht. Gerade bei dem knappen Drittel an Autobesitzern, deren Autos von Importeuren stammen, ist die Unsicherheit groß. „Die ausländischen Autohersteller sagen lieber, sie wüssten nicht genau, ob ihre Autos für E10 geeignet seien“, sagt Dudenhöffer. Für den Professor ist daher klar: „Der ADAC muss aufhören, Angst zu schüren und zusammen mit den Autoherstellern informieren.“ Der ADAC dagegen sieht die Schuld bei der Mineralölbranche. Die Hersteller des neuen Kraftstoffes hätten eine vernünftige Aufklärung versäumt.

Kommentare (37)

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Porter78

04.03.2011, 17:01 Uhr

Absolut Sinnlos, wielange ich das Thema hier schon verfolge.
Es dreht sich alles im Kreis, dass aber der Bürger nicht so Blöde ist wie die da oben denken begreifen die nicht!!
Sobald ein Auto davon kapputt gehen kann, kanns für die anderen auch nicht gut sein.
Leistungsverlust>>>>Mehrverbrauch>>>>>Ökologische Katastrophe
Was ist mit meinem Mopped oder meinem Rasenmäher???
Was passiert wenn der Sprit ein halbes Jahr im Kanister/Gefährt steht?? Entsorgen, oder was???
Wir wollen den Sprit nicht!!!

Bridrle

04.03.2011, 17:02 Uhr

Dieser Artikel ist doch schon wieder ein Versuch die Sache schön zu reden. Verklebte Leitungen und Düsen können dann natürlich aufwändig gereinigt oder getauscht werden. Nennt man das nicht Wertschöpfung?

Buerger

04.03.2011, 17:25 Uhr

Ich finde wirklich erstaunlich, dass immer noch damit argumentiert wird, die Bürger seinen nicht richtig informiert worden. Die Bürger haben sich sehr wohl informiert und sie wollen mehrheitlich dieses Dreck nicht.

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