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04.04.2006

14:49 Uhr

Biotech-Branche

Frisches Geld für neue Wirkstoffe

VonAnna Sleegers

Die finanzielle Situation der deutschen Biotechnologie-Unternehmen hat sich verbessert. Ein Blick in die Geschäftsberichte zeigt, dass fast alle börsennotierten Unternehmen ihren Cash-Verbrauch im vergangenen Jahr reduziert haben.

FRANKFURT. „Die Firmen haben gelernt, besser zu haushalten“, sagt der auf den Biotech-Sektor spezialisierte Berater Holger Bengs.

Verglichen mit den USA, wo Firmen wie Amgen teilweise jahrzehntelang Milliardenumsätze mit selbst entwickelten Medikamenten einfahren, steckt der deutsche Biotech-Sektor noch in den Kinderschuhen. Die Kosten der klinischen Erprobung neuer Wirkstoffe verschlingen anfangs die spärlichen Umsätze, die größtenteils aus Forschungsabkommen mit anderen Firmen kommen. Bis das erste Produkt „echte“ Umsätze einbringt, verbrauchen die Firmen viel Geld. Um zu messen, wie viel, hantieren Analysten mit der Cash-Burn-Rate – der Geschwindigkeit der Geldverbrennung.

Die Firmen können etwa weniger verfeuern, indem sie Kosten reduzieren. „Das wird jedoch im Verlauf des Forschungsprozesses immer schwieriger“, sagt Biotech-Experte Bengs. Denn für die normalerweise in drei Phasen verlaufende klinische Erprobung von Medikamenten müssen die Unternehmen nicht nur auf jeder Stufe mehr Patienten aufbieten, sondern auch mehr Daten erheben. Kleine Biotech-Firmen, wie sie am deutschen Aktienmarkt zu finden sind, kooperieren daher spätestens in der letzten Studienetappe mit finanzkräftigeren Partnern aus der Pharmaindustrie.

Diese Vereinbarungen sehen üblicherweise so genannte Meilensteinzahlungen vor. Sie sind erfolgsabhängig und daran geknüpft, dass bestimmte wissenschaftliche Ziele erreicht werden – zum Beispiel der geglückte Abschluss bestimmter Studienabschnitte. Oftmals zahlen die großen Partner dann Beträge in zweistelliger Millionenhöhe, was schon während der Entwicklungsphase die Cash-Burn-Rate senkt.

Heute ist die Finanzlage der börsennotierten Biotechs vergleichsweise entspannt. Das war nicht immer so. Nachdem die Biotech-Blase geplatzt war, sah es zeitweise so aus, als ob ein Teil der deutschen Firmen ihre kostspieligen und riskanten Forschungsvorhaben nicht mehr finanzieren konnten.

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