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04.04.2011

01:30 Uhr

Biotech-Branche

Qiagen schluckt Diagnostikfirma

Deutschland größtes Biotechunternehmen Qiagen will seine Technologie zum Nachweis von Krankheiten erweitern. Deshalb kauft Qiagen die australische Firma Cellestis. Das wird die Aktiengewinne beeinflussen.

Ein Probenträger, unter dem das Qiagen-Logo zu sehen ist. Quelle: dpa

Ein Probenträger, unter dem das Qiagen-Logo zu sehen ist.

FrankfurtDeutschland größtes Biotechunternehmen Qiagen baut sein Angebot durch einen Zukauf in Australien aus. Der Konzern übernimmt die Diagnostikfirma Cellestis für rund 355 Millionen US-Dollar, wie Qiagen in der Nacht auf Montag mitteilte. Der Vorstand von Cellestis habe der Transaktion, die Ende des zweiten oder Anfang des dritten Quartals abgeschlossen sein soll, bereits zugestimmt.

Die deutsche Firma, die Laborgeräte und Tests zur Identifizierung von Krankheiten entwickelt, steht damit vor dem größten Zukauf seit langem. Qiagen ist bisher auf molekulare Tests auf Basis von DNA und RNA spezialisiert. Mit der neuartigen QuantiFeron-Technologie von Cellestis kann die Firma künftig nun auch prämolekulare Tests anbieten, mit denen viele Krankheiten früher und genauer nachgewiesen werden können. „Cellestis hat eine Technologie entwickelt, die sehr komplementär zu unserem Portfolio ist“, erklärte Qiagen-Chef Peer Schatz.

Die Australier bieten bisher Tests zum Nachweis von Tuberkulose sowie von lebensbedrohlichen CMV-Infektionen an. Sie hoffen, ihre Technologie nun schneller weiterentwickeln und verkaufen zu können. „Als Teil von Qiagen werden wir deutlich schneller als aus eigener Kraft wachsen können“, erklärte Firmenchef Anthony Radford.

Qiagen will nach dem Abschluss der Übernahme Geld in die Hand nehmen, um den Vertrieb auszubauen und Cellestis-Tests künftig auch auf den eigenen Laborgeräten anbieten zu können. Deshalb werde der bereinigte Gewinn je Aktie 2011 leicht verwässert werden, kündigte das Unternehmen an.

Ab 2012 solle sich das Umsatz- und Gewinnwachstum dank der Übernahme dann aber beschleunigen. Der Umsatz der Cellestis-Produkte werde dann zweistellig zulegen und der bereinigte Gewinn je Aktie um zwei bis drei US-Cent.

In dem Ende Juni abgeschlossenen Geschäftsjahr 2009/10 setzte Cellestis rund 40 Millionen australische Dollar um. Der Betriebsgewinn stieg um ein Viertel auf gut zehn Millionen australische Dollar.

Qiagen bietet 3,55 australische Dollar je Cellestis-Aktie, was einem Aufschlag von knapp 20 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag entspricht. Die Cellestis-Vorstände, die direkt und indirekt rund 27 Prozent der Papiere halten, wollen ihre Papiere verkaufen. Auch die Firmengründer Anthony Radford und James Rothel wollen den Angaben zufolge Anteile von bis zu 20 Prozent veräußern.

Die übrigen Aktionäre sollen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im Juni über das Angebot von Qiagen abstimmen. Auch der Cellestis-Aufsichtsrat und die australischen Behörden müssen noch grünes Licht geben.

Von

rtr

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