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26.07.2011

12:20 Uhr

Biotech-Unternehmen

Qiagen streicht die Prognose zusammen

Bisher hatte der Biotechkonzern ein Plus von sieben bis 13 Prozent in Aussicht gestellt. Die Analysten waren zuversichtlich. Man rechnete mit Geschäftsbelebung. Doch nun der Schock.

Der Biotech-Konzern setzt auf Expansion. Quelle: dpa

Der Biotech-Konzern setzt auf Expansion.

München Die fetten Jahre sind für den Biotechkonzern Qiagen vorerst vorbei. Da staatliche Forschungseinrichtungen und Pharmakonzerne derzeit wenig Geld für neue Laborgeräte ausgeben, strich Deutschlands größtes Biotechunternehmen seine Prognose für das laufende Jahr drastisch zusammen. Die Qiagen-Aktie sackte daraufhin am Dienstag zeitweise rund sechs Prozent auf 11,68 Euro ab - der tiefste Stand seit über zwei Jahren.

Firmenchef Peer Schatz geht 2011 nun nur noch von einem Anstieg des bereinigten Gewinns um rund drei Prozent auf 0,96 Dollar je Aktie aus - bisher hatte die Firma ein Plus von sieben bis 13 Prozent in Aussicht gestellt. Beim Umsatz rechnet Qiagen mit einem Zuwachs von drei statt wie bisher von fünf bis sieben Prozent. „Die Zeiten zweistelliger Wachstumsraten sind für Qiagen erst mal vorbei“, sagt LBBW-Analayst Karl-Heinz Scheunemann. „Wenn es in der Gesundheitsindustrie schlecht läuft, geht das an Qiagen nicht spurlos vorbei.“

Das 1984 gegründete Unternehmen, das auf Laborgeräte und Tests zum Nachweis von Krankheiten spezialisiert ist, wuchs jahrelang rasant und eilte von Erfolg zu Erfolg. Seit 2010 macht dem Konzern jedoch die angespannte Wirtschaftslage in den USA zu schaffen, wo viele Amerikanerinnen ihren Job und damit oft auch den Versicherungsschutz verloren. Das drückt auf die Umsätze mit Qiagens wichtigstem Produkt, dem Vorsorgetest zum Nachweis von Gebärmutterhalskrebs (HPV). „Das Geschäft mit HVP-Tests wird wahrscheinlich auch den Rest des Jahres schleppend verlaufen“, erklärten die Analysten von Jefferies.

Sie gehen zudem davon aus, dass Konkurrenten Qiagen bald zunehmend Marktanteile abnehmen werden. Der Pharmariese Roche

bekam im April von den US-Behörden grünes Licht für seinen Vorsorgetest. Die US-Firma Hologic bietet bereits seit einiger Zeit einen HPV-Test an und mit Gen-Probe und Abbott drängen weitere Konkurrenten auf den Markt.

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