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14.06.2011

12:40 Uhr

Biotechbranche

USA lässt den Rest der Welt alt aussehen

Während in Europa oder Kanada die Biotechnologiebranche immer noch in den roten Zahlen steckt, konnten die US-Unternehmen ihren Gewinn sogar noch steigern. Und auch woanders wird die Kluft immer größer.

Außerhalb der USA hängt die Biotechnologiebranche immer noch in den roten Zahlen Quelle: dpa

Außerhalb der USA hängt die Biotechnologiebranche immer noch in den roten Zahlen

MünchenDie Kluft zwischen Biotechfirmen in den USA und Europa wird immer größer. Während die börsennotierten US-Unternehmen aus der Branche ihren Gewinn im vergangenen Jahr um ein Drittel auf 4,9 Milliarden Dollar steigerten, hängt die Industrie in anderen Weltregionen weiter in den roten Zahlen fest. Der Nettoverlust in Europa sank leicht um acht auf 459 Millionen Dollar, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Biotechreport der Beratungsgesellschaft Ernst&Young hervorgeht. In Kanada fiel ein Verlust von 336 Millionen an, in Australien von 681 Millionen Dollar.

Auch bei der Kapitalaufnahme entwickelt sich immer mehr eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. „Es ist eine Kluft zwischen den großen, etablierten Firmen und den jungen Unternehmen entstanden, für die der Zugang zu Kapital weiterhin schwierig bleibt“, sagt Ernst&Young-Experte Siegfried Bialojan. Insgesamt nahm die Branche 2010 weltweit rund 25 Milliarden Dollar Kapital auf, was dem durchschnittlichen Wert vor der Finanzkrise entspricht. Der Löwenanteil floss jedoch an Schwergewichte wie Amgen, Biogen oder Celgene.

Viele junge Unternehmen, die noch keine Präparate auf dem Markt haben und für die Medikamentenentwicklung auf externe Mittel angewiesen sind, stünden dagegen vor großen Problemen, sagt Bialojan. „Das traditionelle Geschäftsmodell im Biotech-Bereich gerät dadurch unter Druck, so dass sich die Finanzierung für Forschung und Entwicklung möglicherweise grundlegend ändern muss.“

In Deutschland setzen Firmen wie Evotec oder Morphosys verstärkt auf Allianzen mit großen Pharmakonzernen. Dadurch sinkt das finanzielle Risiko bei Fehlschlägen, jedoch sind auch die Einnahmen bei einer erfolgreichen Markteinführung von Medikamenten geringer. Einige Unternehmen wie Wilex oder 4SC treiben die Entwicklung neuer Mittel dagegen in Eigenregie relativ weit voran, weil sie von den größten Geldgebern der Branche in Deutschland unterstützt werden - dem SAP-Mitgründer Dietmar Hopp sowie den Brüdern Strüngmann.

 

Von

rtr

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