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18.05.2012

09:58 Uhr

Biotechnologie

Merck will von israelischen Innovationen profitieren

VonPierre Heumann

ExklusivIsrael hat eine bemerkenswerte Innovationenkraft in der Biotechnologie. Das sagt Merck-Chef Karl-Ludwig Kley, der voll auf das Land setzt. Auch, weil es in der Stammzellenforschung weniger Auflagen gibt.

Merck setzt auf die Biotechnologie in Israel. Merck

Merck setzt auf die Biotechnologie in Israel.

Tel AvivIsrael will sich in der Molekularbiologie einen Spitzenplatz erobern. Neben den Rivalen China und Singapur macht sich das Land daran, die führende Stellung der USA im Life-Science-Markt anzugreifen.

Ein deutsches Unternehmen spielt dabei eine wesentliche Rolle: Merck. Der Konzern wolle von den bemerkenswerten Innovationen in Israel profitieren, sagte Karl-Ludwig Kley in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Der Vorstandsvorsitzende der Merck KGaA hat kürzlich im Süden von Tel Aviv einen Biotech-Inkubator eingeweiht, der eine Reihe von israelischen Start-ups begleiten wird. Merck will den Jung-Unternehmern auch Anfangsfinanzierungen zur Verfügung stellen.

Die Darmstädter gehören zu einer ganzen Reihe internationaler Pharmakonzerne, die es nach Israel zieht. Abbot Laboratories, Roche und Pfizer forschen hier ebenso wie Glaxo-Smithkline. In vielen Medikamenten gegen Multiple Sklerose (MS), Krebs, Alzheimer und Parkinson stecken Patente aus der israelischen Biotechnologie.

Die Grundlagen für das MS-Mittel Rebif und das Krebspräparat Erbitux von Merck wurden am Weizmann Institut entwickelt. Für Exelon von Novartis, ein Medikament gegen Alzheimer, entstanden die Grundlagen an der Hebräischen Universität.

Er sehe in Israel innerhalb von zwei Tagen mehr Investitionschancen als in der übrigen Welt in einem Jahr, sagt ein Manager von Philips Medical, der Medizintechniksparte des niederländischen Konzerns. Die Innovationen werden durch moderne Forschungsstätten sowie durch eine ausgeprägte unternehmerische Kultur unter Akademikern gefördert.

Deshalb reist Merck-Chef Kley einmal im Jahr nach Israel. Dank eines großen unternehmerischen Wagemutes liege Israel im Innovationswettbewerb ganz vorne, sagt er. Doch das ist noch nicht alles. Anders als Deutschland habe Israel keine Probleme mit neuen Technologien, sagt Kley.

So werde die Stammzellenforschung durch weniger gesetzliche Auflagen eingeschränkt als in Deutschland. Es verstehe sich von selbst, dass die Forschung in der Bundesrepublik unter diesen erschwerten Rahmenbedingungen leide. Die Gefahr bestehe, so Kley, dass sich Deutschland von großen Innovationsströmen abkopple.

In Israel ist Merck seit 2007, als der Konzern die Forschungsfirma Interpharm übernahm. Das MS-Medikament Rebif, das auf israelischen Wurzeln beruht, gehört heute zu den wichtigsten Umsatzträgern des Konzerns.

Kommentare (2)

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18.05.2012, 11:30 Uhr

Habe ich das so richtig verstanden, daß Merck-Pharma nach israel verschenkt wird?

Account gelöscht!

18.05.2012, 19:40 Uhr

Merck profitiert von der Israelischen Gesetzgebung , von dem Wissenschaftlichen und Wirtschaftlichen Fortschritten , von der hohen zahl wirklich guter Wissenschaftler und Ingenieuren !
Merck macht sich Israelischen Innovationen und Erfindergeist zu nutze .

Haben sie den Text nicht gelesen @ Gurkenmurkser ?

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