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20.10.2011

09:03 Uhr

Biotechunternehmen

Actelion will durch neue Produkte wachsen

Das Schweizer Unternehmen macht wieder Gewinne, schneidet aber schlechter ab, als von den Analysten erwartet. Ein Lizenzstreit hatte Actelion das zweite Quartal verhagelt.

Actelion-Zentrale in Allschwil bei Basel Reuters

Actelion-Zentrale in Allschwil bei Basel

ZürichDas Schweizer Biotechnologieunternehmen Actelion ist im dritten Quartal in die Gewinnzone zurückgekehrt. Europas Branchenführer bekam aber den starken Franken und die zunehmende Konkurrenz für seinen Umsatzrenner Tracleer zu spüren. Im kommenden Jahr rechnet das Unternehmen deswegen mit sinkenden Produktverkäufen.

Actelion verdiente nach Angaben vom Donnerstag im Zeitraum Juli bis September unter dem Strich 81,6 Millionen Franken. Im zweiten Vierteljahr hatten die Kosten für den Lizenzstreit mit der japanischen Asahi Kasei dem Unternehmen noch tiefrote Zahlen beschert. Ob es für einen Jahresgewinn reicht, ist dennoch fraglich. Abhängig von der Entwicklung des Asahi-Falls und der Wechselkurse sei ein kleiner Gewinn denkbar, sagte Finanzchef Andrew Oakley. „Wenn der Urteilsspruch bleibt wie er ist, wird es einen Verlust geben.“ Trotzdem strebe Actelion für 2011 eine Dividendenzahlung an.

Die Jahresprognose für das operative Geschäft bekräftigte Actelion: Unter Ausschluss von Währungseinflüssen sollen die Produktverkäufe um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag steigen und das bereinigte Betriebsergebnis um einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz. Doch 2012 dürften die Verkäufe dann um einen niedrigen bis mittleren Prozentbetrag zurückgehen. „Dies ist in erster Linie auf den weltweit erhöhten Preisdruck und auf einen verstärkten Wettbewerb in den Vereinigten Staaten zurückzuführen“, sagte Oakley.

Bereits im dritten Quartal bekam Actelion die Frankenstärke, die die Einnahmen aus anderen Währungsräumen vermindert, zu spüren. Die Produktverkäufe sanken deswegen um zehn Prozent auf 400,1 Millionen Franken und das um Sonderfaktoren bereinigte Betriebsergebnis (Non-GAAP Ebit) ging um zwölf Prozent auf 123,9 Millionen Franken zurück. Unter Ausschluss von Wechselkurseinflüssen wuchsen die Verkaufserlöse und das bereinigte Betriebsergebnis hingegen um sechs beziehungsweise 19 Prozent. Actelion schnitt damit schlechter ab als Analysten erwartet hatten.

Das Lungenmedikament Tracleer, das für das Gros der Verkaufserlöse steht, bekommt vor allem in den USA zunehmend Konkurrenz durch das Gilead-Mittel Letairis. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte im März eine Warnung vor möglichen Leberschäden durch Letairis zurückgezogen. Das Präparat wird damit ein ernstzunehmender Rivale bei Behandlung von Bluthochdruck im Lungenkreislauf (PAH). In diesem Therapiegebiet gilt Tracleer bisher als unangefochtener Marktführer.

Firmenchef und -gründer Jean-Paul Clozel sagte, das Wachstum solle künftig von neuen Produkten kommen. Actelion setzt dabei vor allem auf den Tracleer-Nachfolger Macitentan. Nach den jüngsten klinischen Daten zur Sicherheit des Medikaments sei Actelion für das Mittel zuversichtlicher, erklärte Clozel. Die Ergebnisse einer spätklinischen Studie zur Wirksamkeit sollen im ersten Halbjahr 2012 vorliegen.

Von

rtr

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