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05.03.2013

17:33 Uhr

Biotechunternehmen

Morphosys-Gewinn bricht ein

Die Einnahmen aus Forschungskooperationen sind beim Biotechunternehmen Morphosys deutlich zurückgegangen. Das Unternehmen kündigt für 2013 einen Verlust an und schickt die Aktie auf Talfahrt – aber nur für kurze Zeit.

Morphosys stellt Antikörper her und bereitet sie für die Arzneimittelforschung auf. Quelle: Morphosys

Morphosys stellt Antikörper her und bereitet sie für die Arzneimittelforschung auf.

Quelle: Morphosys

FrankfurtDas Biotechunternehmen Morphosys hat im vergangenen Jahr wegen gesunkener Einnahmen aus Forschungskooperationen deutlich weniger verdient. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank auf 1,9 Millionen Euro von 10,1 Millionen Euro im Jahr zuvor, wie Morphosys am Dienstag mitteilte. Das Unternehmen, das Antikörper herstellt und sie für die Medikamentenforschung aufbereitet, hatte 2011 noch von einer hohen Meilensteinzahlung des größten Kooperationspartners Novartis profitiert. Für das laufende Jahr wird sogar ein Verlust vor Zinsen und Steuern von 18 bis 22 Millionen Euro erwartet. Finanzchef Jens Holstein deutete im Interview mit Reuters aber an, dass bei erfolgreicher Partnersuche auch ein positives Ebit vorstellbar sei.

Die Morphosys-Aktie büßte zunächst mehr als drei Prozent ein, setzte sich dann aber mit einem Plus von zeitweise mehr als sechs Prozent an die Spitze im Technologieindex TecDax. "Bei der Prognose gibt es noch deutlich Luft nach oben", sagte ein Händler. Zudem habe die Aktie noch Nachholbedarf.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Morphosys setzte im vergangenen Jahr 69,6 Millionen Euro um, fast ein Drittel weniger als vor Jahresfrist. Unter dem Strich blieb ein erheblich geschrumpfter Jahresüberschuss von 1,9 Millionen Euro nach 8,2 Millionen Euro im Jahr zuvor. Konzernchef Simon Moroney äußerte sich dennoch positiv zum Geschäftsverlauf. "2012 war eines der erfolgreichsten Jahre in der Geschichte von Morphosys", erklärte Moroney. Das Unternehmen habe klare Fortschritte bei seinen firmeneigenen Forschungsprogrammen erzielt. Morphosys finanziert eigene Antikörper-Forschungsprojekte durch Kooperationen mit großen Pharmakonzernen wie Roche, Novartis oder Pfizer.

Im Jahr 2013 will sich Morphosys vor allem auf den Ausbau seiner Antikörper-Pipeline konzentrieren. Insgesamt stellt das Unternehmen einen Umsatz in einer Spanne von 48 bis 52 Millionen Euro in Aussicht. Mögliche Lizenzverträge mit großen Pharmafirmen für den Wirkstoff MOR 103 gegen Rheuma und Multiple Sklerose sind noch nicht eingerechnet. "Wenn wir das erreichen sollten, dann werden wir entsprechend deutlich veränderte Zahlen für 2013 sehen", sagte Finanzchef Holstein. Auch ein Gewinn vor Zinsen und Steuern sei dann 2013 möglich. "Wir sind jetzt in Gesprächen mit interessierten Parteien", sagte der Manager. Die Partnersuche soll dieses Jahr abgeschlossen werden. MOR 103 ist der am weitesten entwickelte Antikörper von Morphosys.

Morphosys besitzt ein solides finanzielles Polster. Erst vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen den Verkauf seiner Forschungs- und Diagnostiksparte AbD Serotec für rund 53 Millionen Euro abgeschlossen. Bis Ende Januar erhöhte sich deshalb der Finanzmittelbestand auf 180,8 Millionen Euro nach 135,7 Millionen Euro zum Jahresende 2012.

Von

rtr

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