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31.01.2011

23:24 Uhr

Biotechunternehmen

Qiagen drosselt das Wachstumstempo

Die Bäume wachsen für Deutschlands größtes Biotechunternehmen Qiagen nicht in den Himmel. Die erfolgsverwöhnte Firma erzielte 2010 vor allem wegen der schwächelnden US-Wirtschaft deutlich geringe Wachstumsraten als in den vergangenen Jahren und erwartet auch im laufenden Jahr nur moderate Zuwächse.

Qiagen-Chef Peer Schatz kann nicht mehr ganz so große Brötchen backen. Quelle: Pressebild

Qiagen-Chef Peer Schatz kann nicht mehr ganz so große Brötchen backen.

HB NEW YORK. Der Umsatz werde 2011 währungsbereinigt vermutlich um fünf bis sieben Prozent wachsen, der bereinigte Gewinn je Aktie um sieben bis 13 Prozent, teilte die Firma am Montagabend nach US-Börsenschluss mit. Im abgelaufenen Jahr machte Qiagen zu schaffen, dass viele Amerikaner deutlich seltener zum Arzt gingen, weil sie ihren Job und damit meist auch ihren Versicherungsschutz verloren.

Das schlug vor allem auf die Umsätze von Qiagens wichtigstem Produkt durch, dem Vorsorgetest auf Gebärmutterhalskrebs. Zudem fielen Erlöse mit Schweinegrippe-Tests weg, mit denen die Firma 2009 während der Pandemie gut verdient hatte.

Das Unternehmen, das Tests zum Nachweis von Krankheiten und Laborgeräte herstellt, hatte bereits nach dem dritten Quartal wie US-Konkurrent Gen-Probe seine Ziele für 2010 leicht nach unten geschraubt. Der bereinigte Umsatz stieg 2010 konzernweit um acht Prozent (2009: Zuwachs von 13 Prozent) auf 1,087 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn um zwölf (22) Prozent auf 222,7 Millionen Dollar.

Konzernchef Peer Schatz zeigte sich mit den Zahlen zufrieden. "Qiagen hat im Jahr 2010 in einem sich verändernden Marktumfeld solide Ergebnisse erzielt." Im laufenden Jahr erwartet Qiagen nach einem "moderaten ersten Quartal 2011 im Verlauf des Jahres durch eine Kombination von steigenden Absatzmengen und der Einführung neuer Produkte deutlich höhere Wachstumsraten". Der Fokus liege auf Expansion zur Beschleunigung des Wachstumstempos im Jahr 2012.

Nun setzt Qiagen auf eine Stabilisierung seines wichtigsten Absatzmarktes USA. „Wir rechnen 2011 mit einer Abschwächung des Abwärtstrends am US-Gesundheitsmarkt“, sagte Peer Schatz am Dienstag auf der Qiagen-Jahrespressekonferenz in Düsseldorf. 2010 waren viele Amerikanerinnen deutlich seltener zum Arzt gegangen, weil sie ihren Job und damit meist auch ihren Versicherungsschutz verloren. Das schlug vor allem auf die Umsätze von Qiagens wichtigstem Produkt durch, dem Vorsorgetest auf Gebärmutterhalskrebs (HPV).

Trotz der weiter hohen Arbeitslosigkeit in den USA rechnet Qiagen 2011 mit steigenden HPV-Erlösen, weil immer mehr Ärzte und Krankenhäuser die Tests einsetzen. „Wegen der zunehmenden Marktkonvertierung werden wir bei einer Stabilisierung der Arztbesuche steigende Umsätze und Gewinne erzielen“, erklärte der Firmenchef. Bisher machen Schatz zufolge nur rund ein Drittel der Amerikanerinnen den Test, Qiagen habe dabei einen Marktanteil von über 90 Prozent. Dass 2011 auch die Konkurrenten Gen-Probe und Roche HPV-Tests in den USA anbieten wollen, sieht Schatz gelassen. Zwar werde Qiagen in der Folge wohl ein paar Marktanteile verlieren, andererseits könnten die Aktivitäten der Konkurrenten helfen, den Einsatz von HPV-Tests in den USA auszubauen.

Qiagen geht davon aus, den Umsatz von 1,09 Milliarden Dollar 2010 im laufenden Jahr um fünf bis sieben Prozent zu steigern. „Das ist sicherlich eine konservative Prognose“, betonte Firmenchef Schatz. „Es macht keinen Sinn, angesichts des schwanken Gesundheitsmarktes mit einer aggressiven Prognose in den Markt zu gehen.“ Finanzchef Roland Sackers erklärte, die Zuwachsraten würden 2011 dank der Einführung neuer Produkte von Quartal zu Quartal steigen. „2012 werden wir dann wohl wieder zweistellige Umsatzzuwächse sehen.

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