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08.01.2011

15:42 Uhr

Biotechunternehmen

Qiagen rechnet mit mehr Gewinn

Deutschlands größtes Biotechunternehmen Qiagen rechnet trotz der jüngsten Rückschläge in den USA mit mehr Gewinn im laufenden Jahr, gönnt seinen Aktionären aber vorerst keine Dividende. Das so gesparte Geld will das Unternehmen lieber anders investieren.

Laborutensilien von Qiagen. Finanzvorstand Roland Sackers sieht das Unternehmen auf Kurs. dpa

Laborutensilien von Qiagen. Finanzvorstand Roland Sackers sieht das Unternehmen auf Kurs.

HB FRANKFURT. "Der Ausblick für 2011 ist völlig intakt", sagte Finanzvorstand Roland Sackers der "Börsen-Zeitung" vom Samstag. Der Konzern, der Test zum Nachweis von Krankheiten und Laborgeräte herstellt, werde künftig aufgrund seiner Größe effizienter arbeiten und neu geschaffene Kapazitäten besser auslasten können. Zudem werde das überproportionale Wachstum im extrem rentablen Geschäft mit molekularer Diagnostik helfen, die operative Marge von zuletzt 29 Prozent auszubauen. "Wir sind zuversichtlich, dass wir in den kommenden Jahren eine weitere Margenexpansion sehen werden", erklärte Sackers.

Die erfolgsverwöhnte Firma hatte nach dem dritten Quartal ihre Ziele für 2010 leicht nach unten geschraubt. Hauptgrund waren verhaltene Geschäfte mit Vorsorgetests in den USA, wo viele Bürger wegen der kriselnden Wirtschaft und der Unsicherheit über die Gesundheitsreform seltener zum Arzt gingen. Sackers geht jedoch davon aus, dass sich dieser Trend 2011 nicht fortsetzen wird. "Wir gehen da optimistisch ins gerade begonnene Jahr", sagte der Finanzchef.

Besonders hohe Zuwächse erwartet Sackers 2011 im Segment personalisierte Medizin, also der gezielten Behandlung von Patienten nach Erhebung ihres genetischen Profils. Der Umsatz in diesem Bereich von etwa 50 Millionen Dollar 2010 werde im laufenden Jahr um rund 40 Prozent klettern, kündigte er an. Mit Gentests von Qiagen lässt sich beispielsweise überprüfen, welche Patienten auf eine Behandlung mit dem Krebspräparat Erbitux von Merck oder Vectibix von Amgen ansprechen.

Eine Dividende will Qiagen seinen Aktionären trotz der guten Geschäftsaussichten vorerst nicht bezahlen. Das werde wohl erst in drei bis fünf Jahren ein Thema, sagte Sackers. Derzeit wolle das Unternehmen sein Geld lieber für Übernahmen ausgeben, sagte der Finanzchef und bekräftigte: "Wir schauen uns derzeit intensiv Möglichkeiten an und werden sicher das eine oder andere in den nächsten Quartalen verkünden können." Qiagen habe einen finanzielle Spielraum von weit über einer Milliarde Dollar, betonte der Finanzchef. Wahrscheinlicher seien allerdings wie in der Vergangenheit kleine und mittelgroße Übernahmen.

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