Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.11.2013

11:09 Uhr

Bis zu zehn Prozent des Grundkapitals

Maschinenbauer Andritz kauft Aktien zurück

In den kommenden zweieinhalb Jahren will Andritz bis zu zehn Prozent des Grundkapitals zurückerwerben. Das kommt an der Börse gut an. Im dritten Quartal verdienen die Österreicher weniger.

Andritz-Mitarbeiter mit einem Konstruktionsplan: Der Hersteller von Maschinen für die Papier- und Autoindustrie will Aktien zurückkaufen. Andritz

Andritz-Mitarbeiter mit einem Konstruktionsplan: Der Hersteller von Maschinen für die Papier- und Autoindustrie will Aktien zurückkaufen.

WienVerzögerungen beim Bau eines Zellstoffwerks in Südamerika machen dem österreichischen Maschinen- und Anlagenbauer Andritz zu schaffen. Das Unternehmen musste im dritten Quartal erneut Rückstellungen für mögliche Strafzahlungen im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich bilden. Zudem belasteten Zusatzkosten wegen technischer Probleme bei der Einführung neuer Produkte in China.

Der Gewinn brach um 45 Prozent auf 31,9 Millionen Euro ein, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Für eine positive Überraschung sorgte jedoch der Auftragseingang, der im Sommer auch dank der Übernahme des schwäbischen Metallpressenherstellers Schuler um 23 Prozent stieg.

Ungeachtet des Gewinneinbruchs legte die Andritz-Aktie an der Börse in der Spitze um knapp sechs Prozent zu. Grund dafür dürfte auch der von dem Unternehmen am Mittwoch angekündigte Aktienrückkauf sein: Bis Ende März 2016 will die Firma maximal zehn Prozent des Grundkapitals zurückerwerben - und die Papiere dann eventuell im Zuge eines Optionsprogramms an die Mitarbeiter weiterreichen.

Die Probleme der Österreicher in Uruguay sind nicht neu: Andritz errichtet dort ein komplettes Zellstoffwerk und liefert nicht wie sonst nur die Maschinen dafür. Allerdings verzögern Streiks auf der Baustelle die Fertigstellung - weshalb Andritz als Generalunternehmer Strafzahlungen drohen. Bereits im ersten Quartal hatte die Firma daher einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag zurückgelegt - und schließt weitere Sonderkosten in den kommenden Quartalen nicht aus.

Für das laufende Jahr erwartet die Firma unverändert einen Konzerngewinn deutlich unter dem Vorjahrsniveau von 242 Millionen Euro. Grund dafür ist - neben den Schwierigkeiten in Südamerika - die Wirtschaftsflaute, die die Kunden bei Bestellungen vorsichtig macht. Das bekamen zuletzt auch Andritz-Konkurrenten aus der Papierindustrie wie der finnische Wettbewerber Metso zu spüren: Die Firma hatte angekündigt, wegen der Flaute Hunderte Jobs zu streichen. Marktführer Voith will sogar rund 1000 Stellen abbauen - und hält sich angesichts des schrumpfenden Papiermaschinenmarktes die Tür für weitere Einschnitte offen.

Diese sind auch bei Andritz nicht ausgeschlossen: Sollte sich die Weltwirtschaft erneut eintrüben, werde das die Geschäfte des Konzerns beeinträchtigen und könne "Anpassungen" notwendig machen, hieß es im Quartalsbericht. Bei der Tochter Schuler baut Andritz rund 350 Stellen ab und muss dafür Rückstellungen von 50 Millionen Euro bilden.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×