Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.01.2005

07:47 Uhr

Bisherige Opfer der Beschäftigten sind nach Meinung des VDA erst der Anfang

Deutsche Autoindustrie fordert mehrjährige Nullrunden

Auf die Beschäftigten der deutschen Automobilindustrie kommen nach Meinung des Herstellerverbands VDA in den kommenden Jahren weitere deutliche Einschnitte zu:„Wer die aktuellen Verhandlungen zur Standortsicherung als Einmal-Aktion sieht, liegt falsch“, sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk am Donnerstag in Frankfurt mit Blick auf Opel, Mercedes und VW.

hof/hz FRANKFURT. „Eine Reformpause“ dürfe und werde es nicht geben, sagte der VDA-Chef. Um den Standort zu sichern, fordert er „mehrjährige Nullrunden, das Streichen nicht mehr zeitgemäßer Prämien und Schichtzulagen sowie Mehrarbeit ohne volle Vergütung“.

Für diese Reformen mahnen die deutschen Automobilhersteller Flankenschutz von der Politik an. Mit dem Selbstbewusstsein, dass Deutschland „ohne unsere Exporterfolge der vergangenen Jahre kaum Wirtschaftswachstum vorzuzeigen hätte“, drängt der VDA unter anderem auf ein Ende der Diskussionen um Pkw-Maut oder die Sperrung von Innenstädten bei hohen Emissionen für Teile des Verkehrs. Denn Branchen wie die Automobilindustrie, in denen trotz der bereits erfolgten Restrukturierung die Zahl der Arbeitsplätze 2004 um 4 100 auf 770 000 gestiegen sei, könne man „in Deutschland mit der Lupe suchen“, so der Präsident des Interessenverbands.

Verschärft werden die Kostenprobleme am Standort Deutschland nach Aussagen des VDA zusätzlich durch die Explosion der Rohstoffkosten und den schwachen Dollar. Doch die deutschen Hersteller sind auch 2005 auf Erfolge im Ausland angewiesen, nachdem sie die Exporte auf den Rekordwert von 3,7 Mill. Autos steigern konnten.

Die Hersteller hoffen, dieses hohe Niveau halten zu können, zumal vom heimischen Automobilmarkt kaum starke Impulse ausgehen werden. Selbst der gemeinhin eher optimistische VDA rechnet nicht mit einer „generellen Trendumkehr“ auf dem deutschen Markt, auch wenn die Zulassungszahlen im Dezember 2004 um bemerkenswerte 22 Prozent gestiegen sind.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×