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27.12.2016

16:02 Uhr

BMW, Daimler und Audi

Kartendienst Here nimmt Kurs auf China

Die drei Autobauer BMW, Daimler und Audi holen bei ihrem Kartendienst Here asiatische Investoren an Bord, um den chinesischen Markt aufzurollen. Damit gewinnt der Kampf um das autonome Fahren an Dynamik.

BMW, Audi und Daimler hatten Here im vergangenen Jahr für rund 2,6 Milliarden Euro dem Telekom-Ausrüster Nokia abgekauft, um eine eigene Plattform für ortsbezogene Dienste und präzise Karten für künftige selbstfahrende Fahrzeuge zu entwickeln. dpa

Kartendienst Here

BMW, Audi und Daimler hatten Here im vergangenen Jahr für rund 2,6 Milliarden Euro dem Telekom-Ausrüster Nokia abgekauft, um eine eigene Plattform für ortsbezogene Dienste und präzise Karten für künftige selbstfahrende Fahrzeuge zu entwickeln.

EindhovenDie deutschen Autobauer BMW, Daimler und Audi holen bei ihrem Kartendienst Here asiatische Investoren an Bord, um den lukrativen Zukunftsmarkt China zu erschließen. Insgesamt zehn Prozent der früheren Nokia-Tochter gehen an den chinesischen Kartenanbieter Navinfo, den ebenfalls aus China stammenden Internetkonzern Tencent sowie den Staatsfonds GIC aus Singapur, wie die Unternehmen am Dienstag mitteilten. Mit Navinfo gründet Here eine Gemeinschaftsfirma mit gleichen Beteiligungen. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

Die drei deutschen Autokonzerne hatten Here im vergangenen Jahr für rund 2,6 Milliarden Euro dem Telekom-Ausrüster Nokia abgekauft, um eine eigene Plattform für ortsbezogene Dienste und präzise Karten für künftige selbstfahrende Fahrzeuge zu entwickeln. Es ist eine für bisherige Verhältnisse ungewöhnliche Kooperation konkurrierender Hersteller. Ziel ist auch, eine Plattform für Geschäftsmodelle in vernetzten Autos zu schaffen, um in diesem Markt Internet-Riesen wie Google und Apple eigene Angebote entgegenstellen zu können.

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Die drei Autohersteller hatten immer betont, dass sie Here als offene Plattform betreiben und gegebenenfalls auch neue Partner gewinnen wollen. Seither wurde spekuliert, wer noch bei dem Kartendienst einsteigen könnte. Andere Autohersteller zeigten zunächst wenig Bereitschaft, zu den Deutschen ins Boot zu steigen. Im Dezember kündigte aber der französische Konzern PSA mit den Marken Peugeot und Citroen an, die Here-Karten für Tests seiner selbstfahrenden Autos zu nutzen. Gespräche soll es unter anderem auch mit Amazon, Microsoft und Bosch gegeben haben.

Nun verbünden sich die Autobauer mit Unternehmen aus China, die strategisches Interesse an Technologien für das autonome Fahren und Elektroautos haben: Zusammen mit NavInfo will Here ein Gemeinschaftsunternehmen für Kartendienste in China gründen. Dieses soll auf Basis der Daten und Dienstleistungen von NavInfo hochauflösende Karten erstellen, die für die Navigation von selbstfahrenden Fahrzeugen nötig sind. Tencent wiederum will die Karten und Navigationssysteme von Here nutzen. Wie viel Tencent, GIC und NavInfo für den Einstieg zahlen, blieb zunächst offen.

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Hochpräzise Karten wie die von Here gelten als ein Schlüssel-Element für die künftige autonome Mobilität. An Here sollen zeitweise auch chinesische Firmen interessiert gewesen sein, am Ende setzten dich jedoch die deutschen Premium-Autobauer durch.

China ist gerade dabei, zum weltgrößten Markt für Luxusautos zu werden und die USA zu überholen. Deshalb sind die deutschen Autobauer auf Partner dort angewiesen. Zudem wollen sie ihre Abhängigkeit von Google-Karten reduzieren, zumal der Internet-Gigant ein selbstfahrendes Auto entwickelt. Allerdings hat auch Future Mobility, ein zu Tencent gehörender Autobauer aus China, Personal von Google, Daimler und BMW abgeworben, um autonomes Fahren voranzutreiben.

In China arbeitet der Internet-Riese Baidu an eigenen selbstfahrenden Autos und hat auch einen Kartendienst unter eigenem Dach. BMW hatte eine Partnerschaft mit Baidu für die Entwicklung autonomer Fahrzeuge, sie soll aber laut Medienberichten sehr abgekühlt sein.

In dem Gemeinschaftsunternehmen mit Navinfo sollen unter anderem die Here-Plattform für China lokalisiert, exakte Karten für das Land erstellt und Dienste wie Flottenmanagement angeboten werden.

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