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24.11.2015

08:22 Uhr

BMW-Managerin zum Abgasskandal

„Dieselgate? Ich finde, es sollte VW-Gate heißen“

VonAstrid Dörner

Nach VW gibt auch die Tochter Audi Schummeleien zu. Was BMW-Produktmanagerin Hildegard Wortmann vom sich ausweitenden Abgasskandal der Konkurrenten hält – und warum für sie Europa ohne Diesel unvorstellbar ist.

„Wer am X5 Diesel interessiert war, der kauft ihn auch weiterhin.“ PR

Hildegard Wortmann vor dem BMWi3

„Wer am X5 Diesel interessiert war, der kauft ihn auch weiterhin.“

Los AngelesKein BMW kommt auf den Markt, der nicht vorher von Hildegard Wortmann abgesegnet wurde. Die oberste Produktmanagerin des Münchener Autobauers hat einen Hang zu schnellen Autos – gerade, wenn sie elektrisch sind. Wenn nur die Blitzer nicht wären.

Frau Wortmann, Volkswagen beherrscht seit Monaten die Schlagzeilen. Merken Sie, dass der Emissionsskandal sich auf die Autobranche insgesamt auswirkt?
Die Auswirkungen spürt die ganze Industrie. Es ist kein schönes Thema und es macht die Arbeit mit den Behörden und Regulatoren nicht einfacher. Man kann sich davon gar nicht entziehen, auch wenn man wie wir gar nicht davon betroffen ist.

Hat sich der Ton der Regulierer BMW gegenüber bereits verschärft?
Nein, das kann ich nicht sagen. Aber das Thema Emission wird viel mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Das ist die mächtigste Frau im BMW-Konzern

Vergangenheit bei Unilever und Calvin Klein

Hildegard Wortmann hat ein Gespür für den Kunden. Die Betriebswirtin arbeitete zunächst bei dem britischen Konsumgüterkonzern Unilever in Düsseldorf, London und New York und war unter anderem als Marketing-Direktorin für die Marke Calvin Klein zuständig.

Mini-Relaunch

1998 wechselte sie ins Marketing von BMW und macht seit dem bei dem Münchener Luxus-Autobauer Karriere. Sie war für den Relaunch der Marke Mini verantwortlich, wechselte später ins Produktmanagement.

Aufstieg 2010

Seit 2010 leitet die 49-Jährige das Produktmanagement des Konzerns und ist damit die mächtigste Frau bei BMW.

Machen Sie sich Sorgen um die Zukunft der Diesel-Technologie?
„Dieselgate“ heißt es immer so schön. Ich bin der Meinung, man sollte es „VW-Gate“ nennen. Diesel ist nach wie vor eine der effizientesten und besten Antriebstechnologien die wir haben. Europa ist ohne Diesel unvorstellbar. Ein Grund, warum Europa bei den CO2-Emissionen deutlich unter denen der USA liegt, ist der hohe Diesel-Anteil.

Könnten nicht Elektroautos und anderen alternativen Antriebsformen die Diesel ersetzen?
Der Anteil an elektrischen Antrieben und den Brennstoffzellen steigt sicherlich. Aber die Infrastruktur ist einfach noch nicht so weit, dass man die Technologien flächendeckend statt Diesel einsetzen könnte. Deshalb: Wenn man die richtige Diesel-Technologie hat – was ich für uns auf jeden Fall beanspruche – dann führt an Diesel gar kein Weg vorbei.

Wenden sich die Kunden in den USA oder in Europa von Dieselfahrzeugen ab?
Da merken wir weder in den USA noch sonst wo irgendeinen Effekt. Es gibt keine Kaufzurückhaltung, keine gesteigerte Präferenz für Benziner. Wer zum Beispiel am X5 Diesel interessiert war, der kauft ihn auch weiterhin. Dafür ist das Vertrauen in die Marke BMW und in unsere Technologie groß genug.

Sorgen Sie sich um den Ruf von „Made in Germany“ oder „German Engineering“?
Da hoffe ich, dass es gelingt, mit vereinten Kräften die Kerbe sehr schnell wieder auszuwalzen. Und da helfen auch alle Kollegen entsprechend mit.

Denken Sie aufgrund des Skandals darüber nach, Ihre Elektrostrategie zu beschleunigen?
Unsere Strategie hat sich nicht geändert. Wir haben schon sehr früh mit BMWi die Weichen für die Elektromobilität gestellt und bauen das jetzt konsequent weiter aus. Ich glaube, wir sind sehr gut aufgestellt.

Der i3 ist jetzt seit zwei Jahren auf dem Markt. Wie wird er angenommen?
Zwei Jahre – das ist noch relativ kurz. Aber die Verkaufszahlen können sich sehen lassen. Wir liegen weltweit auf Platz drei, jedes zehnte elektrische Auto ist ein i3. Dieses Jahr haben wir mit den i-Fahrzeugen bis Ende September über 20.000 verkauft. In Deutschland war der i3 im vergangenen Jahr das am meisten verkaufte E-Auto.

Kommentare (13)

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Herr Walter Schimpf

24.11.2015, 08:34 Uhr

Diesel-Gate?
VW-Gate?

Das ist doch alles Pille-Palle!

Der MERKEL-GATE, der dieses Land und ganz Europa ruinieren und zerstören wird, darüber sollte das Handelsblatt mal recherchieren.
Aber das traut man sich wieder nicht.

Herr Hans Mayer

24.11.2015, 08:42 Uhr

Alle deutschen Hersteller von Autos machen sich seit vielen Jahren als Betrüger am Verbraucher die Taschen voll, natürlich werden sie dabei fleissig von der Politik unterstützt.
Wieso regt man sich jetzt darüber auf, jeder wußte es, jeder nahm es hin, was soll das nun?.
Durch unsere Politikkasper wird unser Land derzeit in den Ruin getrieben, und das "Handelsblättchen" berichtet über die Automobilmafia in Deutschland. einfach nur lächerlich.

Herr Matthias Moser

24.11.2015, 09:03 Uhr

Meiner Meinung nach sollte BMWlieber die eigenen Baustellen bearbeiten. ZB. X5 40e: Seit einem Jahr angekündigt, schlechte Kommunikation ggüber den Interessenten, da, nicht da, da, nicht da. Nun ist er da, aber nicht im Konfigurator. I3: Vôllig überzogener Preis. Also bitte erst die eigenen Hausaufgaben machen!

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