Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.09.2015

17:22 Uhr

BMW und Audi stark in Europa

Wachstum im Westen, Flaute in Fernost

Ein durchwachsenes Ergebnis: Während die Premium-Autobauer BMW, Audi und Mercedes in Europa im August Wachstumsrekorde einfuhren, schwächelt das China-Geschäft. Vor allem Audi trifft die Krise im Land der Mitte schwer.

Dank neuer Modelle konnte Mercedes unter den drei größten deutschen Premium-Fahrzeuganbietern die meisten Autos in China absetzen. Reuters

Neue Mercedes-Modelle

Dank neuer Modelle konnte Mercedes unter den drei größten deutschen Premium-Fahrzeuganbietern die meisten Autos in China absetzen.

Hamburg/München/PekingGute Geschäfte in Europa haben bei BMW und Audi erneut die Schwäche in China ausgebügelt. Auch im August verkauften die beiden Oberklasse-Hersteller weltweit mehr Autos, wie BMW und Audi am Donnerstag mitteilten. Von der Marke BMW wurden 135.735 Fahrzeuge ausgeliefert, ein Plus von 7,6 Prozent, gemeinsam mit den Marken Mini und Rolls-Royce waren es 156.437 (plus 7,2 Prozent). Audi steigerte den Absatz um 2,7 Prozent auf 128.650 Wagen. Unter den drei konkurrierenden Premiummarken lag damit erneut Mercedes vorn: Die Stuttgarter verkauften im August 139.802 Pkw mit Stern.

Bei Mercedes läuft dank zahlreicher neuer Modelle das Geschäft in China glänzend, während es bei Audi und BMW im August um 4,1 beziehungsweise 1,4 Prozent schrumpfte. Audi trifft die Schwäche in der Volksrepublik besonders hart, weil dies der größte Einzelmarkt der VW-Tochter ist. Fast jedes dritte Auto verkauft die Marke mit den vier Ringen in China. Unter den Oberklasse-Herstellern setzt Audi dort mit weitem Abstand die meisten Fahrzeuge ab. Rückgänge bei den China-Auslieferungen zwangen die Ingolstädter zuletzt, ihre Absatzprognose einzudampfen. Eine neue Zielmarke für China trauen sie sich seither nicht mehr zu.

Auto-Manager: Männlich, Ingenieur, Autonarr

Auto-Manager

Premium Männlich, Ingenieur, Autonarr

Top-Manager in der Autoindustrie sind in der Regel Eigengewächse. Doch die digitale Umwälzung zwingt die Konzerne zum Umdenken. Im Marketing ziehen nun neue Köpfe von außen ein. Aber das ist nur der Anfang.

Bei BMW steht die Ankündigung eines weiteren Absatzrekords für 2015 unter dem Vorbehalt, dass sich die Situation in China nicht verschlechtert. Dort setzen die Münchner rund ein Fünftel aller Fahrzeuge ab. „Obwohl die wirtschaftliche Lage in einigen Märkten herausfordernd bleibt, verkaufen wir weltweit kontinuierlich mehr Fahrzeuge als jemals zuvor“, sagte BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson. In den ersten acht Monaten lieferte BMW insgesamt 1,43 Millionen Autos seiner drei Marken aus (plus 7,4 Prozent). Daimler kam auf 1,27 Millionen (plus 15,9 Prozent) Fahrzeuge der Marken Mercedes und Smart. Audi bummelte mit 1,18 Millionen (plus 3,4 Prozent) hinterher.

Im weltgrößten Automarkt China könnte 2015 nach Branchenangaben erstmals seit fast zwei Jahrzehnten der Absatz sinken. In den ersten acht Monaten stagnierten die Fahrzeugverkäufe, wie der Verband der Autobauer (CAAM) mitteilte. Für das Gesamtjahr bestehe das Risiko eines Rückgangs, sagte CAAM-Experte Shi Jianhua. Allein im August fiel der Absatz binnen Jahresfrist um drei Prozent auf 1,7 Millionen Fahrzeuge und damit den fünften Monat in Folge. Dies ist die längste Durststrecke seit mindestens fünf Jahren.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×