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14.05.2013

12:46 Uhr

BMW-Vorstandschef

„Wir Deutsche sehen mehr Probleme als Chancen“

Auf der Hauptversammlung hält BMW-Chef Reithofer ein Plädoyer für die Elektromobilität: Vor den Aktionären in München übt er scharfe Kritik an Bedenkenträgern und gibt ein Versprechen ab.

BMW-Embleme in einem Ersatztteillager. Reuters

BMW-Embleme in einem Ersatztteillager.

MünchenBMW-Chef Norbert Reithofer hat die Deutschen vor einer übertriebenen Skepsis gegenüber Elektrofahrzeugen gewarnt. „Wenn es darum geht, grundlegende Veränderungen einzuleiten, dann wird hierzulande erst einmal lang und ängstlich diskutiert“, kritisierte Reithofer am Dienstag bei der Hauptversammlung in München. Diese „German Angst“ sei auch im Ausland bekannt. „Dann sehen wir Deutsche mehr Probleme als Chancen. Bei der Elektromobilität ist das nicht anders.“

BMW bringt noch in diesem Jahr mit dem i3 sein erstes Elektroauto auf den Markt und setzt große Hoffnungen in die Entwicklung alternativer Antriebskonzepte. Viele Experten zweifeln aber daran, dass sich die Elektromobilität auf den Straßen in Deutschland durchsetzt. Vor den Aktionären in der Münchner Olympiahalle warb Reithofer um Vertrauen für das Projekt. „Jede Branche braucht einen, der voran geht.“

Die ersten i3-Fahrzeuge vor dem Beginn der Serienproduktion liefen in Leipzig zurzeit vom Band. „Falls jetzt noch jemand zweifelt - dies ist ein klares Signal: Der i3 kommt definitiv auf den Markt. Und wir werden damit Geld verdienen“, verspricht Reithofer. Wann genau das Elektroauto startet und wie viel es kosten wird, hält BMW weiterhin geheim. Schätzungen zufolge müssen sich die Kunden auf Preise von 40 000 Euro einstellen.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Insgesamt bringt BMW in diesem Jahr elf neue Modelle an den Start und rechnet auch wegen der damit verbundenen Kosten mit einem Gewinn vor Steuern in der Größenordnung des Vorjahres. Reithofer bekräftigte die Prognosen und stellte damit einen weiteren Absatzrekord in Aussicht. 2012 lieferte BMW weltweit 1,845 Millionen Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce aus und damit fast 11 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Unter dem Strich verdiente der Konzern 5,1 Milliarden Euro, ein Plus von 4 Prozent. Der Umsatz kletterte um 11,7 Prozent auf knapp 77 Milliarden Euro. Von den Aktionären erntete BMW dafür viel Lob. „Was soll man schon aussetzen an diesem Jahr?“, sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Angesichts der Bestwerte sollen die Aktionäre eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie erhalten und damit 20 Cent mehr als im Jahr zuvor. Das dürfte auch die drei Großaktionäre Johanna Quandt, Stefan Quandt und Susanne Klatten freuen, die zusammen 46,7 Prozent an BMW halten und gemeinsam rund 703 Millionen Euro erwarten dürften.

Von

rtr

Kommentare (11)

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reinhard

14.05.2013, 12:59 Uhr

Ich weiß nicht was Reithofer für eine ausbildunghat aber von Technik hat er keine Ahnung!
Er sollte sich mit Herrn Löcher von Siemens zusammen tun.
Dieser hat schon ein anderes deutsches unternehmen in die finanmzielle Katastrophe geführt!
Aber vielleicht ist er ja nur auf die Schulterklopfer der grün-ökologistischen Weltuntergangspropheten aus?

Hagbard_Celine

14.05.2013, 13:29 Uhr

BMW wird alles kurz und klein machen was denen vor den Bug kommt.

Stabile Eigentümerstruktur, solide Finanzen, technologischer Vorsprung, starke Marke, hervorragende Firmenkultur, die Kooperation mit Toyota etc etc etc

E-mobilität ist die Zukunft, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Über Flugzeuge mit Düsenantrieb wurde auch lange Zeit gelästert.

Hagbard_Celine

14.05.2013, 13:34 Uhr

Siemens ist eine überdimensionale (...), bürokratisierte, Heuschrecke und hat nichts, aber auch gar nichts, mit BMW gemeinsam.

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