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07.10.2013

14:44 Uhr

Bochumer Autohersteller

Letzter Tag für Opel-Getriebebau in Bochum

Die letzte Schicht in der Getriebefertigung im Traditionswerk: Der Autohersteller Opel hat nun erste Teile der Produktion in Bochum geschlossen. Doch die Debatte um die Schließung des ganzen Werkes Ende 2014 geht weiter.

Im Opel-Werk II sind die letzten Getriebe montiert worden. dpa

Im Opel-Werk II sind die letzten Getriebe montiert worden.

BochumDer kriselnde Autohersteller Opel hat am Montag mehr als ein Jahr vor dem geplanten endgültigen Aus für das Traditionswerk Bochum erste Teile der Produktion eingestellt. Im Werk II an dem Standort im Ruhrgebiet seien am Morgen in kleiner Stückzahl die letzten Getriebe montiert worden, sagte ein Opel-Sprecher in Bochum.

Gleichzeitig hätten Beratungsgespräche der Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Personalabteilung des Unternehmens für die rund 300 betroffenen Beschäftigten der Bochumer Getriebefertigung begonnen.

Das vorzeitige Aus für die Getriebeproduktion bei Opel in Bochum zum Ende dieses Jahres stand bereits seit längerem fest. Opel beschäftigt an dem Standort im Ruhrgebiet rund 3000 Menschen. Ende 2014 will der Autohersteller dort nach Jahrzehnten endgültig die Autoproduktion einstellen.

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Opel verkündete in der vergangenen Woche ein freiwilliges Abfindungsprogramm für die 300 Beschäftigten der Getriebefertigung, mit dem sie gegen eine Abfindungszahlung zum Jahresende aus dem Unternehmen ausscheiden können. Alternativ können die Beschäftigten für ein Jahr in eine Transfergesellschaft wechseln, um sich für den Arbeitsmarkt weiter zu qualifizieren.

Daneben sei ein Arbeitsplatz-Wechsel an andere Opel-Standorte möglich. Getriebe-Mitarbeiter, die Opel in Bochum nicht verlassen wollen, werden für die Fahrzeugproduktion in Werk I umgeschult.

Die Verhandlungen zur kompletten Schließung der Autofertigung mit rund 3000 Mitarbeitern sollen noch im Oktober weitergehen. Die Konditionen für das Getriebewerk seien dabei nicht auf den ganzen Standort übertragbar, sagte ein Opel-Sprecher. Der Bochumer Betriebsrat lehnt die von der Opel-Spitze beschlossene Werksschließung weiter ab.

Die Entscheidung sei „ein Blödsinn“, sagte Betriebsratschef Rainer Einenkel. In Bochum wird der Familienvan Zafira gebaut, dessen aktueller Produktzyklus Ende 2016 ausläuft. Es lohne sich nicht, die Produktion für nur noch zwei Jahre nach Rüsselsheim zu verlagern, argumentierte Einenkel. „Darüber muss noch geredet werden.“ Aus Sicht der Firmenleitung steht die Entscheidung aber fest.

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