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09.09.2013

07:51 Uhr

Boehringer Ingelheim

Studie bestätigt Sicherheit von Atemwegsmittel

Der Arzneimittelhersteller Boehringer Ingelheim hat mit einer Studie die Wirksamkeit seiner Raucherlungen-Arznei Spiriva bestätigen können. Eine andere Studie ergab vor Jahren, der Gebrauch erhöhe das Sterberisiko.

Rauchen kann tödlich sein, steht in Großbuchstaben auf einer Zigarettenschachtel. Die  Raucherlungen-Arznei Spiriva soll das Sterberisiko reduzieren. Das ergab eine Studie des Herstellers Boehringer-Ingelheim. dpa

Rauchen kann tödlich sein, steht in Großbuchstaben auf einer Zigarettenschachtel. Die Raucherlungen-Arznei Spiriva soll das Sterberisiko reduzieren. Das ergab eine Studie des Herstellers Boehringer-Ingelheim.

FrankfurtDer Arzneimittelhersteller Boehringer Ingelheim hat mit seiner umsatzstärksten Arznei in einem groß angelegten Test punkten können. Eine drei Jahre lange Studie mit mehr als 17.000 Patienten habe die Wirksamkeit und Sicherheit der Raucherlungen-Arznei Spiriva in zwei gebräuchlichen Verschreibungsformen bestätigt, teilte Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern am Montag mit. Spiriva ist mit einem Jahresumsatz von 3,6 Milliarden Euro gegenwärtig die Top-Arznei des Familienunternehmens aus Ingelheim bei Mainz. Das Medikament ist bereits seit mehr als zehn Jahren auf dem Markt.

An dem Test „Tiospir“ nahmen Patienten teil, die Spiriva über den Mikrozerstäuber Respimat einnahmen sowie solche, die das Mittel über das Pulver-Inhaliergerät Handihaler bekamen. Respimat erzeugt sehr feine Tröpfchen zum Einatmen, während das Inhaliergerät Kapseln mit Pulver zum Einatmen nutzt. Vor einigen Jahren hatte eine Studie für Aufsehen gesorgt, wonach der Gebrauch des Mikrozerstäubers das Sterberisiko erhöhen könnte. Dabei hatten Forscher vor allem auf mögliche Gefahren für Herzpatienten hingewiesen.

Pharmabranche an der Patentklippe

Wichtige Patente laufen aus

Die Pharmabranche steht vor schwierigen Zeiten: Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Accenture werden bis zum Jahr 2015 rund 50 Blockbuster ihren Patentschutz verlieren – das sind Arzneien, die für mindestens eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr sorgen. Die Originalprodukte verlieren nach Patentablauf in der Regel massiv Marktanteile an die deutlich preisgünstigeren Nachahmer-Produkte der Generikahersteller.

Cholesterinsenker und Blutverdünner

Betroffen sind die Medikamente etlicher Pharmakonzerne. Etwa der Cholesterinsenker Lipitor, mit dem Pfizer einst mehr als 12 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr machte. Oder der Blutverdünner Plavix, der Sanofi und Bristol-Myers Squibb 2011 mehr als neun Milliarden Dollar in die Kassen spülte. Auch das Asthma-Mittel Singulair von Merck verliert seinen Schutz.

Generikahersteller profitieren

Von Ablauf der Patente profitieren die Hersteller von Generika: Sie dürfen die Arzneien kopieren und zu günstigen Preisen verkaufen. Das dämpft die Kosten – auch die Patienten profitieren davon.

Probleme mit dem Nachschub

Der Pharma-Industrie fällt es immer schwere, neue Blockbuster-Medikamente zu entwickeln. Das hat mit den strikteren Zulassungsbedingungen und den schärferen Kontrollen der Behörden zu tun. Ein Beispiel: Der deutsche Hersteller Merck stoppte das Multiple-Sklerose-Medikament Cladribin, weil es in mehreren Ländern keine Zulassung bekam.

Die Tiospir-Studie kam demgegenüber nun zu dem Ergebnis, dass bei Herzpatienten das Sterberisiko ähnlich groß ist - wie auch immer sie Spiriva einnehmen. Die unterschiedlichen Geräte spielten keine Rolle. Auch bei der Frage der Wirksamkeit ergaben sich in der neuen Studie keine großen Unterschiede. Die Ergebnisse der Studie wurden in der einflussreichen Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht.

Von

rtr

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