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22.01.2016

10:35 Uhr

Boeing 747

Der Jumbo-Jet ist im Sinkflug

Der Abstieg des Jumbo-Jets geht weiter. Wegen der Flaute im Luftfrachtgeschäft drosselt der Hersteller Boeing die Produktion seiner 747. Nun droht dem Riesen-Jet ein Tod auf Raten – wie auch dem Konkurrenten A380.

Boeing fährt die Produktion seiner 747 zurück. dpa

Fracht-Jumbo

Boeing fährt die Produktion seiner 747 zurück.

ChicagoDem Jumbo droht der Tod auf Raten: Der Flugzeugbauer Boeing streicht wegen ausbleibender Neuaufträge die Produktion seines größten Flugzeugtyps 747-8 kräftig zusammen. Ab September sollen nur noch sechs Maschinen pro Jahr die Werkshallen verlassen, teilte der Airbus-Rivale aus den USA am Donnerstagabend in Chicago mit.

Derzeit werden jährlich noch mehr als 15 Stück gefertigt. Doch für die jüngste Generation des seit den 1960er-Jahren gebauten, einst größten Verkehrsjets der Welt findet Boeing kaum noch Interessenten.

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Die mangelnde Nachfrage kommt den Konzern teuer zu stehen. Wegen der Produktionskürzung verbucht Boeing in der Bilanz für 2015 jetzt eine Sonderbelastung, die das Ergebnis nach Steuern im vierten Quartal um 569 Millionen US-Dollar nach unten zieht. Weitere Details dürfte es am nächsten Mittwoch (27. Januar) geben. Dann will Boeing seine kompletten Jahreszahlen und eine Prognose für 2016 vorlegen.

Die Auftragslage für den Jumbo-Jet wurde zuletzt immer dünner. Zum Jahreswechsel hatte Boeing nur noch Bestellungen für 20 Jets in den Büchern, davon 13 Passagier- und 7 Frachtmaschinen. Mit der Kappung der Produktion stelle sich der Hersteller nun auf die Marktlage ein, sagte der Chef der Verkehrsflugzeug-Sparte, Ray Conner.

Das sind Boeings beste Kunden

Platz 10 – ALC

Die Top Ten der Boeing-Kunden 2013 wird eröffnet vom Leasingunternehmen ALC. Die Firma orderte 52 Maschinen verschiedener Typen: 737, 777 und 787 Dreamliner.

Quelle: Boeing, Bestellungen und Optionen im Jahr 2013

Platz 9 – Gecas

Gecas ist die Flugzeugleasing-Sparte von General Electric (GE) – und gut mit Boeing im Geschäft. 2013 orderte das Unternehmen 54 Flugzeuge. Darunter sind 10 Dreamliner, die restlichen 44 Maschinen verteilen sich auf die 737-Typen.

Platz 8 – Southwest Airlines

Die Mittelstrecke ist das Terrain der US-Airline. Infolgedessen bestellte Southwest 55 Maschinen der 737, darunter hauptsächlich die spritsparende Max-Variante.

Platz 7 – Etihad

Air-Berlin-Retter Etihad griff im November bei Boeing zu und orderte 56 Maschinen. Groß und lang – so lässt sich die Bestellung zusammenfassen: 30 Mal 787-10, 26 Mal 777.

Platz 6 – Tui Travel

Der Tourismuskonzern macht seine Flotte fit. Die Bestellung: 60 Stück der 737-Max und 2 Stück der 787-8.

Platz 4 – Westjet

Der kanadische Billigflieger leistete sich 75 neue Flugzeuge. Auch bei Westjet steht der spritsparende 737-Max hoch im Kurs. 65 Stück davon orderten die Kanadier, dazu kommen 10 Exemplare der 737-800.

Platz 4 – Turkish Airlines

75 US-Maschinen gehen bald in die Türkei: Die Turkish Airlines kaufte groß bei Boeing ein und bestellte 50 spritsparende 737-Max, 20 Stück der „normalen“ 737-800 und 5 Exemplare der 777-300ER.

Platz 3 – Flydubai

Der arabische Billigflieger ist auf dem Vormarsch: Flydubai hat 2013 insgesamt 86 Flugzeuge – 75 Stück der 737-Max und 11 Exemplare der 737-800.

Platz 2 – American Airlines

Die fusionierte „neue American“, die sich aus American Airlines und US Airways gebildet hat, ist zweitgrößter Kunde von Boeing. 143 Maschinen wurden insgesamt bestellt – allein 100 davon sind 737-Max.

Platz 1 – Ryanair

Der irische Billigflieger bestellte auf einen Schlag 175 Stück des Mittelstreckenjets 737-800 bei Boeing.

Boeing fuhr die Produktion der neuesten Jumbo-Generation seit dem Start 2011 schrittweise herunter. Anfangs wurden zwei Maschinen pro Monat gebaut, derzeit sind es noch 1,3 Stück. Ab März soll es eine monatlich sein, ab September nur noch eine alle zwei Monate.

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