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07.12.2016

08:25 Uhr

Boeing

Trumps Attacke auf die Air Force One

VonAxel Postinett

Donald Trump greift Boeing wegen angeblich überzogener Preise für den neuen Präsidenten-Flieger an. Aber will er wirklich Steuergelder sparen – oder eher alte Rechnungen begleichen?

Die aktuellen Präsidentenmaschinen müssen bald ausgetauscht werden. AFP; Files; Francois Guillot

Air Force One

Die aktuellen Präsidentenmaschinen müssen bald ausgetauscht werden.

San FranciscoEs begann wie so oft mit einem simplen Tweet. „Boeing baut eine brandneue 747 Air Force One für künftige Präsidenten, aber die Kosten sind außer Kontrolle, mehr als vier Milliarden Dollar. Vertrag auflösen!“, twitterte der Präsident im Wartestand, Donald Trump, völlig unvermittelt am Dienstag.

Verdutzt rieb sich das politische Washington die Augen, aber auch Corporate Amerika war verwirrt. Was geht denn hier ab? Kurz darauf kam Trump mit dem Fahrstuhl aus seiner Luxussuite im New Yorker Trump Tower in die Lobby geschwebt und legte noch mal kurz nach: „Boeing hat da wohl ein wenig mit den Zahlen gespielt. Wir wollen, dass Boeing Geld verdient, aber nicht so viel.“

Boeing selbst war ebenfalls völlig überrascht. „Wir haben lediglich einen Vertrag über 170 Millionen Dollar mit der Luftwaffe“, hieß es aus der Zentrale in Seattle. In diesem Rahmen werde erarbeitet, wie die beiden neuen Flugzeuge, denn es gibt zwei identische Air Force One, ausgestattet werden müssen. Die Planungen liegen bei rund drei Milliarden Dollar für das gesamte System.

Das Verteidigungsministerium scheint die geplante Indienststellung 2024 aber vorziehen zu wollen, da die derzeitigen 25 Jahre alten 747-200 extrem teuer in Wartung und Unterhalt geworden sind. Es sind die letzten 747-200, die in den USA überhaupt im Dienst sind. Die Nachfolger werden mit dem Modell 747-8 gebaut und eine um 1600 Kilometer erweiterte Reichweite haben. Die Planungen begannen Anfang 2015.

Aufregen über Twitter

So schimpft Trump über die Air-Force-One

Aufregen über Twitter: So schimpft Trump über die Air-Force-One

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Etwas irritiert zeigte sich auch Josh Earnest, Sprecher von Noch-Präsident Barack Obama. Die zitierten Statistiken, erklärte er Reportern an Bord der Air Force One, würden wohl „nicht so ganz den Stand der Vereinbarungen zwischen Boeing und der Regierung“ widerspiegeln. Im März hatte das Government Accountability Office, eine Art Überwachungsorgan des Kongresses für Regierungsausgaben, das gesamte Projekt mit 3,2 Milliarden Dollar bewertet.

In den Social-Media-Kanälen brodelt die Gerüchteküche. Trump wolle dem Steuerzahler nur viel Geld ersparen. So sei er halt, frohlockten Trump-Unterstützer. Er wolle bloß seinen eigenen Boeing-757-Jet an die Luftwaffe vermieten und mit Steuergeldern zur fliegenden Präsidenten-Festung ausbauen lassen, mutmaßten Gegner. Wenn er nach vier Jahren abtrete, könne er den veredelten Flieger dann wieder mitnehmen.

Kommentare (7)

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Frau Baur- Warendorf

07.12.2016, 09:13 Uhr

Nahezu jeden Tag eine neue Schlagzeile zu Donald Trump.

Lassen die Amerikaner einen Furz, wird das in Deutschland fachmännisch diskutiert.

Ist Donald Trump Präsident der US-Amerikaner oder der Deutschen?

Hat Donald Trump ein Haustier? Und wenn ja, wie heißt es? Was aß Donald Trump zum Frühstück? Wer putzt seine Schuhe? Werden sie mit dem Handesblatt poliert?

Herr Horst Kettler

07.12.2016, 11:04 Uhr

Hallo, Frau Baur,

lesen Sie nur das Handelsblatt?
Schlagzeilen macht DT in Deutschland doch nur noch bei ganz "ausgewählten" Blättern, bei den anderen müssen Sie lange blättern, bis Sie etwas zu ihm finden.
Aber aufregen tut man sich in diesem Land in der Tat jedes kleinen Furzes wegen.
Wie schnell ist der aber verflogen? Wie anderes auch.
Tipp: Auch mal andere Zeitungen lesen. Vielleicht eventuell auch mal im Internet.
Papierrascheln ist doch so sinnlich....

Herr Franz Paul

07.12.2016, 11:11 Uhr

Völlig überflüssiger Artikel.

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