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11.01.2005

14:00 Uhr

Boeing und Airbus werben um Passagiere

Konkurrenz der Mega-Jets

Seit fast 35 Jahren dominierte der „Jumbo-Jet“ des amerikanischen Boeing-Konzerns den Markt für Passagierjets mit 400 und mehr Sitzplätzen. Mit dem Airbus A380, einem doppelstöckigen 555-Sitzer der Europäer, soll die 747 aus dem Markt gedrängt werden.

HB HAMBURG/TOULOUSE. Wenn der erste flugfähige Airbus A380 am 18. Januar aus der Halle rollt, bekommt die Boeing 747 angriffslustige Gesellschaft. Rund 1300 Boeing 747 wurden bisher verkauft. Dieses Monopol wollen die Europäer in den kommenden Jahren mit dem doppelstöckigen 555-Sitzer A380 aufbrechen.

„Mit der A380 greifen wir die 747 von oben an - mit der A340-600 von unten“, beschreibt Airbus-Verkaufsdirektor John Leahy die Strategie. Bisher fehlte dem europäischen Konzern ein Flugzeug oberhalb der A340-600 mit rund 350 Sitzen. Solche „Dickschiffe“ sind bei großen Airlines auf Strecken zwischen Metropolen im Einsatz, zum Beispiel London-Hongkong oder Frankfurt-Singapur.

Über künftige Marktchancen im Segment für sehr große Jets sind sich Boeing und Airbus uneins: Der US-Konzern rechnet vor allem mit Wachstum auf Direktverbindungen - das bedeutet mehr Nachfrage für Flugzeuge bis zu 350 Sitzplätzen, zum Beispiel die Boeing 777 oder 7E7. Auf dem vergleichsweise kleinen Markt für Jets mit mehr als 400 Sitzplätzen sieht sich Boeing mit den aktuellen Versionen der 747 gut aufgestellt. „Der Markt wird zeigen, wer Recht hat“, kommentierte Boeing-Vorstandschef Harry Stonecipher die Chancen des A380- Projektes.

Außerdem rechnet das US-Unternehmen mit mehr Frequenzen zwischen großen Drehkreuz-Flughäfen. Ein Blick auf die Flugpläne lässt Zweifel an diesem Argument aufkommen: Flugzeiten für Interkontinentalrouten richten sich wellenförmig vor allem nach der Tageszeit: So konzentrieren sich Abflüge zwischen Südostasien und Europa auf die Nachtstunden - mit Rücksicht auf Anschlussverbindungen und Nachtflugverbote. Zwischen London und Singapur starten am Abend mehrere 747 innerhalb weniger Stunden und fliegen fast in Formation - zu anderen Tageszeiten hebt kaum ein Jet aus Europa Richtung Südostasien ab.

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