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12.07.2015

15:53 Uhr

Börsen-Crash

Chinesen kaufen weniger deutsche Autos

Der Einbruch an Chinas Aktienmärkten hat offenbar auch viele Verbraucher getroffen: Autohändler berichten von deutlichen weniger Kunden, die sich für deutsche Oberklassen-Modelle interessieren.

Automesse in Schanghai (Archiv-Bild): Nachfrage nach Oberklasse-Wagen eingebrochen. ap

Mercedes Benz GLC Coupe

Automesse in Schanghai (Archiv-Bild): Nachfrage nach Oberklasse-Wagen eingebrochen.

In China berichten Autohändler von einer sinkenden Nachfrage nach deutschen Oberklassemarken wegen des Börsen-Crashs und der Konjunkturabkühlung. In den vergangenen vier Wochen hätten 20 bis 30 Prozent weniger Kunden die Verkaufsräume von Mercedes-Benz aufgesucht als vor einem Jahr, sagte ein Manager einer größeren Händlergruppe. Ein Kollege, der BMW-Fahrzeuge verkauft, äußerte sich ähnlich. Die Geschäfte seien bereits in den vergangenen 18 Monaten schleppend gelaufen, doch inzwischen seien noch größere Kaufanreize erforderlich. „Wenn Leute jetzt in den Verkaufsraum kommen, denken sie nicht daran, ihre Portemonnaies zu öffnen, wenn die Preisnachlässe unter 15 Prozent liegen“, ergänzte er.

BMW erklärte, man habe verstanden, dass Händler in volatilen Märkten unterstützt werden müssten. Daher seien eine Reihe von Maßnahmen ergriffen worden. Zum Beispiel würden weniger Fahrzeuge verschifft, damit die Händler ihre Lagerbestände kleiner halten könnten. Daimler war zunächst nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen.

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Mit Androhung von Strafen hat die chinesische Regierung den Kurssturz an den Aktienmärkten vorerst gestoppt. Der Shanghai Composite Index gewann am Donnerstag fast sechs Prozent. Doch Ökonomen geben keine Entwarnung.

An Chinas Aktienmärkten sind die Kurse in den vergangenen Wochen dramatisch abgesackt. Dies trifft auch viele Verbraucher, die an der Börse spekuliert haben und nun weniger Geld für kostspielige Anschaffungen wie Autos zur Verfügung haben. Der chinesische Branchenverband schraubte zuletzt seine Absatzprognose für den weltgrößten Automarkt deutlich zurück.

Nach Erhebungen der Marktforscher von Jato Dynamics liegt die Preisempfehlung der Hersteller für einen Pkw im Schnitt bei umgerechnet etwa 41.000 Euro. Die tatsächlich gezahlten Preise seien seit 2012 kontinuierlich zurückgegangen und beliefen sich mittlerweile auf weniger als 25.000 Euro. Mehrere Autobauer wie Volkswagen und die Opel-Mutter General Motors (GM) haben bereits ihre Empfehlungen entsprechend angepasst.

Der BMW-Händler sagte, er versuche den Konzern davon zu überzeugen, die Verkaufsziele zu senken. Dann hätte er selbst weniger Druck, die Preise zu senken, um die Vorgaben zu erfüllen, erläuterte er.

Von

rtr

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