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11.07.2015

13:45 Uhr

Börsen-Crash in China

Autohändler geraten unter Druck

Die nachlassende Konjunktur in China macht Autohändlern zu schaffen. Preisnachlässe über 15 Prozent sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Der Aktien-Crash verschärft die Situation nun zusätzlich.

Nachlassende Konjunktur und der jüngste Aktien-Crash halten chinesische Verbraucher von den Autohäusern fern. Reuters

Schlechte Zeiten

Nachlassende Konjunktur und der jüngste Aktien-Crash halten chinesische Verbraucher von den Autohäusern fern.

PekingIn China berichten Autohändler von einer sinkenden Nachfrage nach deutschen Oberklassemarken wegen des Börsen-Crashs und der Konjunkturabkühlung. In den vergangenen vier Wochen hätten 20 bis 30 Prozent weniger Kunden die Verkaufsräume von Mercedes-Benz aufgesucht als vor einem Jahr, sagte ein Manager einer größeren Händlergruppe. Ein Kollege, der BMW -Fahrzeuge verkauft, äußerte sich ähnlich. Die Geschäfte seien bereits in den vergangenen 18 Monaten schleppend gelaufen, doch inzwischen seien noch größere Kaufanreize erforderlich. „Wenn Leute jetzt in den Verkaufsraum kommen, denken sie nicht daran, ihre Portemonnaies zu öffnen, wenn die Preisnachlässe unter 15 Prozent liegen“, ergänzte er. Weder von Daimler noch von BMW waren Stellungnahmen dazu zu erhalten.

An Chinas Aktienmärkten sind die Kurse in den vergangenen Wochen dramatisch abgesackt. Dies trifft auch viele Verbraucher, die an der Börse spekuliert haben und nun weniger Geld für kostspielige Anschaffungen wie Autos zur Verfügung haben. Der chinesische Branchenverband schraubte zuletzt seine Absatzprognose für den weltgrößten Automarkt deutlich zurück.

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Nach Erhebungen der Marktforscher von Jato Dynamics liegt die Preisempfehlung der Hersteller für einen Pkw im Schnitt bei umgerechnet etwa 41.000 Euro. Die tatsächlich gezahlten Preise seien seit 2012 kontinuierlich zurückgegangen und beliefen sich mittlerweile auf weniger als 25.000 Euro. Mehrere Autobauer wie Volkswagen und die Opel-Mutter General Motors (GM) haben bereits ihre Empfehlungen entsprechend angepasst.

Der BMW-Händler sagte, er versuche den Konzern davon zu überzeugen, die Verkaufsziele zu senken. Dann hätte er selbst weniger Druck, die Preise zu senken, um die Vorgaben zu erfüllen, erläuterte er.

Woraus sich der Preis eines Neuwagens zusammensetzt

Listenpreis

Der Listenpreis (brutto) des untersuchten Kompaktwagens liegt bei 26.780 Euro.

Quelle: Institut für Automobilwirtschaft (IFA)

Mehrwertsteuer/Nettopreis

Der Staat kassiert bei diesem Neuwagenpreis 4.276 Euro Mehrwertsteuer, was bei unserem Kompaktwagen zu einem Nettolistenpreis von 22.504 Euro führt. Dieser Nettopreis wird im Folgenden als 100 Prozent betrachtet.

Materialkosten

9.789 Euro oder 43,5 Prozent des Nettopreises

Personalkosten

2.250 Euro oder 10 Prozent des Nettopreises

Verwaltung und Vertrieb

2.138 Euro oder 9,5 Prozent des Nettopreises

Forschung und Entwicklung

1.350 Euro oder 6 Prozent des Nettopreises

Abschreibungen

1.013 Euro oder 4,5 Prozent des Nettopreises

Werbung

563 Euro oder 2,5 Prozent des Nettopreises

Garantiekosten

450 Euro oder 2 Prozent des Nettopreises

Händlermarge

Beim Händler bleiben 3.713 Euro oder 16,5 Prozent des Nettopreises hängen

Gewinn für den Hersteller

Bei einem Nettopreis von 22.504 Euro kann der Hersteller 1.238 Euro oder 5,5 Prozent als Gewinn verbuchen

Von

rtr

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