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14.08.2013

15:46 Uhr

Börsenneuling

Gabelstaplerbauer Kion rechnet mit mehr Gewinn

Europas größter Hersteller von Gabelstaplern ist optimistisch. Das Unternehmen geht von einem deutlich höheren Gewinn aus – dank Sondereffekte. Bisher konnte sich Kion nur knapp in den schwarzen Zahlen halten.

Gordon Riske, Chef des Gabelstaplerherstellers Kion. Das Unternehmen ging im Juni an die Börse. dpa

Gordon Riske, Chef des Gabelstaplerherstellers Kion. Das Unternehmen ging im Juni an die Börse.

Wiesbaden Die kräftige Nachfrage aus den Schwellenländern treibt die Geschäfte von Europas größtem Gabelstaplerkonzern Kion an. Im ersten Halbjahr stieg der bereinigte Betriebsgewinn um 4,2 Prozent auf 200,4 Millionen Euro, wie Kion am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Mehr als jeder dritte neue Gabelstapler sei in den Wachstumsmärkten geordert worden. „Das sind vor allem die Länder China, Brasilien aber auch Osteuropa“, sagte Finanzchef Thomas Toepfer.

Die Anleger reagierten positiv auf den Zwischenbericht des Börsenneulings. Die Kion-Aktie gewann 1,4 Prozent auf 29,50 Euro. Seit dem holprigen Börsendebüt am 28. Juni hat die Kion-Aktie damit gut ein Fünftel zugelegt.

Kion bekräftigte die Ziele für das laufende Jahr: Sollte die Konjunktur keinen Strich durch die Rechnung machen, peile das Unternehmen 2013 unverändert an, seinen Umsatz und bereinigten Betriebsgewinn (Ebit) moderat zu erhöhen. Zudem stellte der Konzern einen „deutlichen“ Überschuss in Aussicht.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

Kion ist hinter dem japanischen Mischkonzern Toyota Industries weltweit die Nummer zwei bei Gabelstaplern und anderen Flurförderzeugen. Zum Konzern mit seinen rund 21.500 Beschäftigten gehören unter anderem die Marken Linde, Still und OM. Der Konzerngewinn schnellte im ersten Halbjahr auf 70,3 Millionen Euro in die Höhe von 25,9 Millionen Euro vor Jahresfrist. Dabei profitierte das Unternehmen auch von Steuereffekten. Kion setzte von Januar bis Juni 2,23 Milliarden Euro um - ein Plus von 0,7 Prozent. Dabei wurde das verkaufte Hydraulikgeschäft aus den Zahlen herausgenommen.

Der Weltmarkt für Gabelstapler ist Kion zufolge im ersten Halbjahr um 3,8 Prozent gewachsen. Auch im Gesamtjahr werde der Weltmarkt zulegen. „Das wird eine niedrige einstellige Verbesserung zum Jahr 2012 sein“, sagte Finanzchef Toepfer. Kion setzt für den weiteren Jahresverlauf nicht nur auf Neuverkäufe sondern auch auf das Service-Geschäft, das 2013 mehr als 40 Prozent zum Konzernumsatz beitragen soll.

Von

dpa

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