Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.09.2013

16:44 Uhr

Boomjahr

Landmaschinenhersteller revidieren Prognosen nach oben

Trotz niedriger Getreidepreise – die deutschen Bauern investieren wieder. Das sorgt bei der Landtechnik-Branche für ein Stimmungshoch. Die Hersteller revidieren ihre Prognosen nach oben.

Die Nachfrage nach Traktoren, Mähdreschern und anderen Geräten ist stark gestiegen. dpa

Die Nachfrage nach Traktoren, Mähdreschern und anderen Geräten ist stark gestiegen.

HannoverBefeuert von einer starken Nachfrage steuert die Agrartechnik „Made in Germany“ einen neuen Umsatzrekord an. Die Produktion der deutschen Hersteller von Landmaschinen werde im laufenden Jahr um 7,7 Prozent gegenüber dem schon recht starken Vorjahr auf ein Volumen von 8,2 Milliarden Euro wachsen, sagte Bernd Scherer vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Mittwoch in Hannover. Der Preisdruck durch die global gut ausfallende Getreide-Ernte beeinträchtigt diesen Trend nach Ansicht der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) kaum.

„Die Stimmung in der europäischen Landtechnikindustrie ist ausgezeichnet, wir befinden uns eindeutig in einer Boomphase“, sagte VDMA-Geschäftsführer Scherer bei einem Seminar im Vorfeld der Landtechnikmesse Agritechnica (12. - 16. November) in Hannover. Die Jubelstimmung der Branche schlage sich auch in steigenden Ausstellerzahlen nieder, erklärte Reinhard Grandke, Hauptgeschäftsführer der ausrichtenden DLG.

Claas: Meilensteine des Landmaschinenkonzerns

Firmengründung

1913 wurde die Firma durch August Claas in Clarholz/Westfalen gegründet. Ein Jahr später gründen August, Franz jun. und Bernhard Claas gemeinsam die Firma Gebr. Claas.

Umzug nach Harsewinkel

1919 siedelt die Firma in ihren heutigen Hauptsitz nach Harsewinkel über. Dort werden Strohbinder gefertigt.

Das erste Patent

Claas meldet 1921 das erste Patent ein. Es geht um einen Knoterapparat zum rationellen Strohbinden.

Entwicklung des ersten Mähdreschers

Die Firma entwickelt 1930 ihren ersten Mähdrescher. Er ist besonders für die speziellen Erntebedingungen in Europa geeignet. Sechs Jahre später bringt Claas die Maschine auf den Markt und startet die Serienfertigung.

Selbstläufer

Die ersten selbstfahrenden Mähdrescher werden 1953 gebaut

Weltmeister im Mähen

Mit 40 Tonnen Getreide pro Stunde ist der 1995 neu eingeführte Großmähdrescher Lexion die leistungsstärkste Maschine seiner Art auf der Welt.

Intelligente Landwirtschaft

1998 gründet Claas die Agrocom GmbH & Co. Agrarsysteme KG. Gearbeitet wird fortan an landwirtschaftlichen Informationssystemen und Software für landwirtschaftliche Betriebe.

Eigene Stiftung

Zur Förderung des landtechnischen Nachwuchses gründet Claas 1999 eine Stiftung. Im selben Jahr wird im US-amerikanischen Omaha (Nebraska) ein neues Mähdrescherwerk errichtet. Außerdem wird die Absatzfinanzierungsgesellschaft Claas Financial Services S.A.S.gegründet.

Die größte Investition der Unternehmensgeschichte

Claas legt 2001 den Grundstein für den vollständigen Neu- und Umbau des Werks in Harsewinkel. Rund 55 Millionen Euro investiert das Unternehmen .

Mehrheit an Renault Agriculture

Claas erwirbt 2003 die Mehrheit an Renault Agriculture. Damit gehören nun auch Traktoren zur Produktpalette. Seit 2008 gehört Renault Agriculture zu 100 Prozent zu Claas.

Claas goes Russland

Im südrussischen Krasnodar eröffnet Claas 2005 ein neues Mähdrescherwerk. Ein Jahr später gründet das Unternehmen in Moskau die neue Claas Vertriebsgesellschaft OOO Claas Vostok.

Neues Kraftpaket

Claas führt 2009 den Traktor Xerion 5000 ein, der mit über 500 PS arbeitet.

Neues Technologiezentrum

Am Hauptsitz in Harsewinkel eröffnet Claas 2010 das neue Technologiezentrum. Es soll der neue Mittelpunkt der Entwicklungsaktivitäten sein.

Engagement in China

Anfang 2012 startet eine neue Tochtergesellschaft von Claas in China für Vertrieb und Service.

Er zog ein tendenziell positives Fazit der globalen Agrarproduktion. Die aktuell relativ niedrigen Getreidepreise durch weltweite Ernterekorde - so Grandke - hätten sich auf den Futtermittelmärkten noch nicht voll niedergeschlagen. Die Getreidepreise seien zunehmend durch die Witterung in den USA und deren Einfluss auf die Mais- und Sojaernte bestimmt. Feste Preise gebe es dagegen auf dem Milchmarkt durch eine hohe globale Nachfrage. Beim Schweinefleisch setze ein steigendes Angebot die Preise unter Druck. Prinzipiell steige vor diesem Hintergrund aber spürbar die Investitionsbereitschaft der Landwirte, erklärte der DLG-Manager.

Die Bandbreite der diesjährigen Agritechnica reicht vom Roboter-Einsatz im Pflanzbereich bis hin zum stufenlosen Schlepperantrieb. Mehr als 2 700 Aussteller aus 47 Ländern werden erwartet. Gezeigt werden die neuesten landtechnischen Entwicklungen der Landmaschinenindustrie.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×