Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.03.2006

10:26 Uhr

Bordnetze-Sparte an Sumitomo

Volkswagen verkauft Tochter nach Japan

Volkswagen trennt sich von einem weiteren Tochterunternehmen: Der Konzern verkauft den Autoelektronik-Zulieferer Bordnetze GmbH an die japanische Sumitomo Electric. Es geht um tausende Arbeitsplätze.

HB HAMBURG. Mit dem Kauf wolle sich Sumitomo ein Standbein in Europa schaffen, teilte Volkswagen am Montag in Wolfsburg mit. Das japanische Unternehmen habe zugesagt, am Stammsitz von Volkswagen in Wolfsburg neben einem Entwicklungszentrum auch seine Europazentrale einzurichten.

Die 1986 gegründete Volkswagen Bordnetze ist ein Gemeinschaftsunternehmen von VW und Siemens VDO. Sie beschäftigt als Entwicklungs- und Systemlieferant an 13 Standorten weltweit rund 8 600 Mitarbeiter – rund 600 davon an vier Standorten in Deutschland – und erzielte 2005 einen Umsatz von 440 Mill. Euro. Bislang liefert die Gesellschaft ausschließlich Kabelbäume für Fahrzeuge der Marken des Volkswagen-Konzerns.

Sumitomo gehört mit seiner Kabelbaum-Sparte weltweit zu den größten Lieferanten der Autoindustrie. Mit dem Kauf der VW-Bordnetzetochter erhalten die Japaner ein Standbein in Europa. Sumitomo werde die Volkswagen Bordnetze künftig in seinen Sparten Electric Industries zu 60 Prozent und Wiring Systems zu 40 Prozent führen.

Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Ein Sprecher von Siemens VDO sagte lediglich: „Wir machen kein Geschäft, bei dem wir draufzahlen müssen.“ Die Bordnetze hätten keine Verluste geschrieben. „Die Tochter war und ist kein Zuschussgeschäft“, fügte er hinzu. Der Technologiekonzern habe sich aber von dem Segment ebenfalls trennen wollen, weil es nicht zum Kerngeschäft Autoelektronik gehöre.

„Mit dieser Lösung haben wir den Grundstein für dynamisches Wachstum und damit für die Zukunft von Volkswagen Bordnetze gelegt“, kommentierte VW-Markenchef Wolfgang Bernhard den Verkauf. Die Übernahme stehe unter dem Vorbehalt, dass die Kartellbehörden zustimmen. Mit der Entscheidung werde in den nächsten Wochen gerechnet.

Volkswagen hatte erst unlängst seine Vermiettochter Europcar an den französischen Finanzinvestor Eurazeo verkauft. Die börsennotierte Investmentgesellschaft zahlt für Europcar 1,26 Mrd. Euro in bar und übernimmt weitere 2 Mrd. Euro Schulden.

Ende vergangenen Jahres hatte VW seine IT-Tochter Gedas an die Telekom-Tochter T-Systems verkauft. Branchenkreisen zufolge hatte VW dabei einen Kaufpreis von knapp 450 Millionen Euro erlöst.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×