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22.06.2016

10:52 Uhr

Bosch

Auf Einkaufstour im Silicon Wadi

VonMartin-W. Buchenau

Erst das Silicon Valley in den USA, jetzt das Silicon Wadi in Israel. Bosch-Chef Volkmar Denner pflegt Kontakt in die weltweite Start-up-Szene und beteiligt sich finanziell. Warum ihn die Gründermentalität fasziniert.

Der Bosch-Chef setzt auf Innovationen. AFP; Files; Francois Guillot

Volkmar Denner

Der Bosch-Chef setzt auf Innovationen.

StuttgartDer schwäbische Technologiekonzern Bosch vergrößert sein Engagement in den wichtigsten Technologie- und Start-up-Zentren der Welt. Nach dem Silicon Valley in Kalifornien gründen die Schwaben jetzt auch ein Forschungsbüro in Silicon Wadi, dem jungen Technologie-Zentrum nahe Tel Aviv in Israel.

Bosch-Chef Volkmar Denner hat ein Faible für Israels Start-up-Schmiede. „Bezogen auf die Einwohnerzahl ist kein Land so innovativ wie Israel“, sagt Denner. In kaum einer anderen Stadt gebe es so viele Start-ups wie in Tel Aviv. Bosch will diesen Gründergeist für sich nutzen. Denner spricht in Israel mit vielen Start-up-Unternehmern, auch über Beteiligungen. Die Kontaktpflege zur internationale Gründerszene macht er zur Chefsache.

Der 130 Jahre alte Industriekonzern ist einer von Deutschlands größten Risikokapitalgebern. Weltweit ist Bosch an mehr als 30 Start-ups beteiligt – fünf davon in Israel. Kürzlich hat der Konzern einen dritter Fonds mit einem Volumen von mehr als 150 Millionen Euro aufgelegt. Insgesamt verwaltet Bosch Venture Capital ein Vermögen von rund 420 Millionen Euro. Auch die Beteiligungstochter hält eine Niederlassung in Tel Aviv.

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In Israel hat Denner auch schon ein Schnäppchen gemacht: „Pebbles Interfaces“ zum Beispiel, ein Spezialist für virtuelle Realität und die Erkennung menschlicher Gesten. 2013 von Bosch gekauft, wurde Pebbles zwei Jahre später für ein Vielfaches wieder verkauft – ins Silicon Valley, an Facebook.

In Israel liegt der Fokus des Forschungsbüros auf Kooperationen mit wissenschaftlichen Instituten der Bereiche maschinelles Lernen, Robotik, Cybersicherheit, Vernetzung und Internet der Dinge. Viele Start-ups sind Ausgründungen der Universitäten. In Israel ist Bosch nicht allein. Mittlerweile sind auch weitere Unternehmen und Forschungsinstitute in Tel Aviv vertreten.

Auf einer mehrtägigen Reise wird Denner unter anderem das „Weizmann Institute of Science“ für naturwissenschaftliche Grundlagenforschung in Rechovot südlich von Tel Aviv besuchen. Das Institut zählt zu den führenden fachübergreifenden Forschungseinrichtungen der Welt. Zudem wird er sich mit Vertretern der Technischen Universität Technion, dem Israel Institute of Technology, treffen. Technion, mit Sitz in Haifa wurde 1912 gegründet und ist die älteste Universität des Landes.

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