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06.01.2017

15:35 Uhr

Bosch-Geschäftsführer Werner Struth

„Wir werden keine Investitionen in Mexiko kürzen“

VonAxel Postinett

Der designierte US-Präsident Donald Trump attackiert immer mehr Autokonzerne über Twitter. Darunter sind Kunden des Zulieferers Bosch. Werner Struth, Mitglied der Geschäftsführung, über die Rolle des Standorts Mexiko.

„Bosch wird alle geplanten und verabschiedeten Investitionen in Mexiko 2017 durchführen“, sagt der Geschäftsführer im Bereich Industrial Technology von Bosch. Reuters, Sascha Rheker

Werner Struth

„Bosch wird alle geplanten und verabschiedeten Investitionen in Mexiko 2017 durchführen“, sagt der Geschäftsführer im Bereich Industrial Technology von Bosch.

Las VegasEin Roboter brüht frischen Kaffee auf und schenkt ihn an die Wartenden in der Schlange aus. Wer dachte, Barista bei Starbucks sei ein zukunftssicherer Job, gerät ins Grübeln. Der Stand der Robert Bosch GmbH auf der Technikmesse CES in Las Vegas ist am Premierentag gut besucht.

Werner Struth kämpft sich durch die Menschenmasse, die sich um Boschs selbstfahrendes Konzeptauto gebildet hat. Zwischen Gesprächen mit Kunden und anderen Terminen findet der Geschäftsführer im Bereich Industrial Technology von Bosch, Zeit für ein Interview. In Mexiko beschäftigt Bosch 14.000 Mitarbeiter in 10 Fabriken, ein elfte ist im Bau.

Dass der designierte US-Präsident Donald Trump gegen den Standort Mexiko via Twitter wettert, verunsichert auch die Bosch-Belegschaft. Die Nachricht, Ford stoppe den Plan, am Standort Mexiko ein weiteres Werk für Kleinwagen zu bauen, sorgte für Unruhe. Und am Donnerstag nahm sich Trump über den Nachrichtendienst den nächsten Gegner vor: „Toyota Motor sagt, sie wollen eine neue Fabrik in Baja, Mexiko, bauen, um dort Corollas für die USA zu produzieren. Auf keinen Fall! Baut die Fabrik in den USA, oder zahlt einen deftigen Zoll.“

Damit nicht genug. Der President-elect hat ebenfalls angekündigt, das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta aufzukündigen. Er wolle Strafzölle auf Importe in die USA erheben und US-Konzerne zwingen, wieder in den USA zu produzieren. Das Freihandelsabkommen mit Europa, TTIP, lehnt er ab. China und Mexiko hat er zu „Wirtschaftsfeinden der USA“ erklärt. Im Wahlkampf hatte er das Verhältnis zwischen den USA und anderen Staaten wie folgt beschrieben: „Wir sind der größte Markt der Welt und alle anderen Länder sind unsere Zulieferer.“

Diese Aussage lässt auch die Führungsriege bei Bosch nicht kalt. Die Deutschen sind als Zulieferer für die Automobilindustrie, die Technologiebranche und die Haushaltsgeräte-Industrie erfolgreich. Deren Produktion, Warenbeschaffung und Produktabsatz sind auf Freihandel ausgerichtet.

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Noch bleibt Bosch-Mann Struth gelassen: „Wir gehen nicht von einem Ende des Freihandelsabkommens Nafta aus. Die USA sind als Mitglied auch tief in die WTO eingebunden.“. An der Planung für 2017 hält Struth nach wie vor fest. „Bosch wird alle geplanten und verabschiedeten Investitionen in Mexiko 2017 durchführen“, erklärt er im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Es gibt keine Absagen oder Verringerungen.“ Das betrifft vor allem die Investitionen, die 2017 in „vergleichbarer Höhe“ wie im Vorjahr ausfallen sollen. 2016 waren es 90 Millionen Dollar. Dennoch steigt die Verunsicherung in der Bosch-Zentrale.

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