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10.11.2016

12:55 Uhr

Bosch

Industriekonzern steigt in die Medizintechnik ein

Bosch steigt in den Markt für Medizintechnik ein. Der Konzern wird unter anderem Atemanalysegeräte für Asthmapatienten fertigen. Bis 2020 will Bosch so Umsätze im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich erzielen.

Mit der Tochtergesellschaft Bosch Healthcare Solutions will der Konzern einen neuen Markt erschließen. dpa

Bosch-Forschungszentrale in Renningen

Mit der Tochtergesellschaft Bosch Healthcare Solutions will der Konzern einen neuen Markt erschließen.

WaiblingenDer Konzern Bosch dringt in den Markt für Medizintechnik vor. Die 2015 gegründete Tochtergesellschaft Bosch Healthcare Solutions peile im Jahr 2020 Umsätze im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich an, sagte Geschäftsführer Marc Meier am Donnerstag in Waiblingen. Bislang generiert die Tochter keine nennenswerten Umsätze. Nachdem Bosch früher im Bereich Telemedizin aktiv war, versucht sich der Konzern nun auf einem neuen Feld.

Weltweit belief sich der gesamte Markt für Medizintechnik im Jahr 2015 den Angaben zufolge auf rund 350 Milliarden Euro - bei einem jährlichen Wachstum von drei Prozent. Dabei sind allerdings auch Großgeräte wie Computertomografen einbezogen. Die junge Bosch-Tochter beschäftigt derzeit etwa 80 Mitarbeiter – 2017 sollen etwa 10 bis 20 Menschen hinzukommen. Zum Vergleich: Weltweit arbeiteten für den Konzern zuletzt rund 375.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro erwirtschafteten.

Bosch im Überblick

Großkonzern aus Stuttgart

Der schwäbische Technologiekonzern Bosch ist mit weltweit 390.000 Mitarbeitern eines der größten deutschen Unternehmen. 134.000 davon arbeiten in Deutschland.

Milliardenumsatz

Der Gesamtumsatz lag 2016 bei rund 73 Milliarden Euro, etwa 44 Milliarden Euro entfallen auf den Automobilbereich. Gemessen am Umsatz ist Bosch derzeit der größte Zulieferer weltweit, gefolgt von Continental.

Dieselskandal belastet

Trotz eines Umsatzzuwachses um 5,5 Prozent auf rund 73 Milliarden Euro sank 2016 das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um etwa 6,5 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Unbereinigt brach das Ebit um 28 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro ein. Denn neben Abschreibungen auf übernommene Firmen schlugen Rechtskosten im Zusammenhang mit dem Dieselskandal von Volkswagen in den USA und das noch laufende EU-Kartellverfahren zu Buche.

Abseits der Börse

An der Börse ist Bosch nicht, vielmehr basiert das Firmenkonstrukt auf einem Stiftungsmodell. Die Robert-Bosch-Stiftung hält gut 90 Prozent der Anteile an der Konzernmutter Robert Bosch GmbH. Die GmbH wiederum hat Hunderte Tochterfirmen, darunter auch den Hausgerätehersteller BSH.

Heimatverbunden

Konzernchef ist Volkmar Denner, Sitz des Unternehmens ist Gerlingen bei Stuttgart. In Stuttgart selbst sind zahlreiche Bosch-Standorte und auch das alte Wohnhaus von Firmengründer Robert Bosch. Das Haus dient heute als Sitz der Bosch-Stiftung, der Konzern nutzt es für repräsentative Zwecke.

Zu den Produkten gehört neben ursprünglich aus der Automobiltechnik stammender Hochleistungskeramik, die für OP-Instrumente eingesetzt wird, ein Atemanalysegerät für Asthmapatienten. Hier konkurriert Bosch mit der britischen Firma Bedfont und dem schwedischen Anbieter Circassia. Die Fertigung werde in den kommenden Wochen anlaufen. Außerdem wurde eine Notfall-App entwickelt, mit der sich Menschen von Freunden oder Familie überwachen lassen und wie beim E-Call im Auto schnell Hilfe rufen können.

Von

dpa

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