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27.11.2012

20:20 Uhr

Bosch, Knorr und ZF

Dreierbund plant gemeinsame Lkw-Werkstätten

Für Lkw-Bauer mit Wartungsangeboten gibt es bald Konkurrenz: Die Autozulieferer Bosch, Knorr-Bremse und ZF Friedrichshafen wollen eine Werkstattkette für Nutzfahrzeuge auf die Beine stellen. Mitte 2013 solle es losgehen.

Montage einer Einspritzpumpe bei Bosch. dapd

Montage einer Einspritzpumpe bei Bosch.

Frankfurt/Hamburg/StuttgartBosch, Knorr-Bremse und ZF Friedrichshafen wollen den Lkw-Herstellern in der Wartung Marktanteile abnehmen. Die drei Autozulieferer planen eine markenunabhängige Werkstattkette für Nutzfahrzeuge. Ein Gemeinschaftsunternehmen mit zunächst zehn Mitarbeitern solle Dienstleistungen für die Werkstätten anbieten, die im Franchise-System von externen Partnern betrieben werden, teilten die Unternehmen am Dienstag mit.

Ab Mitte 2013 solle die neue Lkw-Werkstattkette nach dem Vorbild der Pkw-Werkstattketten Bosch Car Service und AutoCrew zunächst in Deutschland und dann schrittweise in weiteren europäischen Ländern an den Start gehen.

Europaweit gibt es nach Angaben der drei Unternehmen etwa 25.000 unabhängige Nutzfahrzeugwerkstätten, die als potentielle Kunden infrage kommen. In Deutschland seien es rund 4000. Im Markt für Werkstattkonzepte sind bislang die großen Lkw-Bauer wie Daimler, Volvo, MAN und Scania stark vertreten.

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Sie betreiben eigene Werkstätten und bieten Partnern daneben Unterstützung wie technische Anleitungen für die Wartung und Reparatur der Fahrzeuge ihrer Fahrzeugmarken an. Zudem haben in den vergangenen Jahren Großhändler eigene Konzepte aufgebaut. Den Werkstätten, die für den Service weiterer Marken einen Partner suchten, wollten Bosch, Knorr Bremse und ZF ihre Dienstleistungen anbieten, erläuterte ein Knorr-Sprecher.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

In dem Gemeinschaftsunternehmen, für das der Dreierbund noch die Erlaubnis der Kartellbehörden benötigt, bringt Bosch seine Erfahrungen im Ersatzteilgeschäft und der Diagnosetechnik ein. Knorr ist auf Bremsen und ZF auf Antriebe und Fahrwerkstechnik spezialisiert.

Anstoß zur Bündelung der Kräfte habe steigende Elektronikanteil und die immer kompliziertere Technik bei Lkw gegeben, sagte eine Bosch-Sprecherin. "Die Zeit dafür ist reif." Angaben zum erwarteten Geschäftsvolumen oder des jährlichen Umsatzes von freien Nutzfahrzeugwerkstätten machten die drei Unternehmen nicht.

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