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24.07.2012

16:31 Uhr

BP verkauft Beteiligung

Rosneft will sich Anteile an TNK-BP sichern

Im Juni hatte BP seinen Ausstieg aus Russlands drittgrößtem Ölkonzern angekündigt. Inzwischen haben sich mehrere Interessenten für die BP-Anteile gemeldet. Auch der staatlich kontrollierte Ölkonzern Rosneft ist dabei.

Für BPs Anteile an TNK-BP gibt es mehrere Interessenten. dapd

Für BPs Anteile an TNK-BP gibt es mehrere Interessenten.

MoskauDer staatlich kontrollierte russische Ölkonzern Rosneft zeigt Interesse an dem zum Verkauf stehenden Anteil von BP an dem Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP. „Die Parteien einigten sich auf Verhandlungen zu dem Thema und unterschrieben eine Vertraulichkeitsvereinbarung“, teilte Rosneft am Dienstag mit. Der britische Ölmulti BP hatte Anfang Juni den Ausstieg aus dem krisengeschüttelten Energiekonzern TNK-BP angekündigt. Die Ausschreibung der 50-prozentigen Beteiligung von BP kam nach Streitigkeiten mit dem russischen Partner, dem Konsortium AAR, das aus vier Milliardären besteht.

Das russische Konsortium hatte in der vergangenen Woche ebenfalls Interesse bekundet, die andere Hälfte der BP-Beteiligung für zehn Milliarden Dollar zu übernehmen. Die TNK-BP-Eigentümer vereinbarten, dass BP auch mit Dritten über den Anteil verhandeln könne, ein Abkommen aber nicht vor einer Frist von 90 Tagen möglich sei. Auch Gazprom war Interesse an dem TNK-BP-Anteil nachgesagt worden. BP-Aktien legten zeitweise um mehr als zwei Prozent zu.

Rosneft ist bereits der größte Ölkonzern Russlands, TNK-BP ist die Nummer drei - und damit für BP eigentlich eine äußerst lukrative Beteiligung. Partner der Briten in dem 2003 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen ist das Konsortium Alfa Access-Renova (AAR), bestehend aus vier russischen Milliardären: Michail Fridman, Wiktor Wekselberg, Len Blawatnik und German Chan.

Auch die russischen Partner von BP hatten einen Verkauf ihrer Beteiligung ins Spiel gebracht. Die Atmosphäre zwischen den Eigentümern gilt als vergiftet, seit BP im vergangenen Jahr versuchte, eine strategische Allianz mit Rosneft einzugehen. Ende Mai nahm der russische Milliardär Fridman als Firmenchef bei dem Joint Venture seinen Hut.

BP hatte TNK-BP zusammen mit AAR 2003 gegründet, um in Russland stärker expandieren zu können. Finanziell hatte sich die Investition durchgehend ausgezahlt. Allerdings machten sich nicht nur die Streitigkeiten mit den russischen Partnern negativ bemerkbar. Auch die Vorliebe der russischen Regierung, größere Ölfelder an staatseigene Betriebe zu vergeben, schränkte den Aktionsradius von TNK-BP deutlich ein.

Rosneft ist aus den Ruinen des Yukos-Konzerns des inhaftierten Milliardärs Michail Chodorkowski entstanden. Das Unternehmen kontrolliert ein Fünftel der Ölproduktion in Russland und hat Zugriff auf Öl- und Gasvorkommen in der Arktis.

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