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14.09.2016

14:59 Uhr

Braas Monier

Großaktionär greift nach Dachpfannenhersteller

Ein Großaktionär will Braas Monier übernehmen. Der Finanzinvestor 40 North bietet über ein verbundenes Unternehmen 25 Euro je Aktie. Der Dachpfannenhersteller wehrt sich allerdings gegen die Offerte.

Der Hersteller von Dachpfannen wehrt sich gegen einen Übernahmeversuch. Braas Monier

Braas Monier

Der Hersteller von Dachpfannen wehrt sich gegen einen Übernahmeversuch.

FrankfurtDer Dachpfannenhersteller Braas Monier steht vor einer Übernahme durch das US-Baustoffunternehmen Standard Industries. Über sein Finanzvehikel 40 North, bereits mit 29,1 Prozent größter Aktionär von Braas Monier, sei ein Übernahmeangebot angekündigt worden, teilte Standard Industries am Mittwoch mit. Braas Monier zufolge beläuft sich der Preis auf 25 Euro, so dass das Unternehmen mit knapp einer Milliarde Euro bewertet würde. Das ist dem Dachpfannenhersteller zu wenig. „Der Verwaltungsrat von Braas Monier unterstützt ein solches Angebot nicht, da 25 Euro je Aktie eine erhebliche Unterbewertung der Gesellschaft und ihrer künftigen Aussichten ist“, erklärte Braas Monier.

Mit dem Angebot sei am 19. September zu rechnen, hieß es weiter. Standard Industries hatte über 40 North im Mai bereits 29,1 Prozent vom Braas-Monier-Altaktionär Monier Holdings übernommen. Nun erwartet Braas Monier, dass die Holding ihre übrigen zehn Prozent an Standard Industries/40 North verkauft. Der Anteil würde mit rund 39 Prozent die in Luxemburg geltende Schwelle, wo Braas Monier seinen juristischen Firmensitz hat, zur Pflichtübernahme von 33 1/3 Prozent überschreiten. Die Amerikaner müssten für die noch ausstehenden 61 Prozent knapp 600 Millionen Euro ausgeben. „Noch ist keine formale Entscheidung dazu getroffen worden“, teilte die US-Baustoff-Holding mit.

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Für 2016 plante der Baustoffkonzern zunächst mit einer Umsatzsteigerung von bis zu drei Prozent. Nun musste nach unten korrigiert werden. Schuld sei unter anderem der Austritt Großbritanniens aus der EU.

Hinter der Monier Holdings stecken die Finanzinvestoren Apollo, York Capital und Tower Brook, die zum Börsengang von Braas Monier in Deutschland im Juni 2014 noch 48 Prozent gehalten hatten. Die drei Finanzinvestoren hatten das Unternehmen aus Oberursel bei Frankfurt im Zuge eines Schuldenschnitts 2009 günstig übernommen, indem sie ihre Kredite in Eigenkapital umwandelten. Braas Monier ist Spezialist für Ziegel und Systeme für Schrägdächer. Mit rund 7700 Mitarbeitern ist er in 36 Ländern präsent. Die im Kleinwerteindex SDax notierten Aktien von Braas Monier stiegen wegen der erwarteten Offerte um rund 21 Prozent auf gut 26 Euro.

Standard Industries, ein Anbieter von Dachbaustoffen und -abdichtungen, ist auf Einkaufstour. Im Januar hatte das bis dahin als Building Materials Corporation of America (BMCA) bekannte Unternehmen für eine Milliarde Euro die dänische Icopal übernommen. Diese ist Anbieter von Flachdächern, die vor allem bei gewerblichen Gebäuden zum Einsatz kommen. Die Dachpfannen von Braas Monier werden in erster Linie bei Privathäusern verbaut. In Finanzkreisen hieß es, Standard Industries wolle damit sein Produktportfolio ergänzen. Es gehe nicht um eine reine Finanzbeteiligung. Das US-Unternehmen würde damit sein Europa-Geschäft kräftig ausbauen.

Von

rtr

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