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29.01.2013

13:22 Uhr

Branche auf Talfahrt

Lkw-Verkäufe brechen massiv ein

Mit der Nutzfahrzeugbranche in Europa geht es immer steiler bergab. Im Dezember sind die Verkäufe um beinahe ein Viertel eingebrochen. Laut Experten wird das auch in diesem Jahr erst einmal so weitergehen.

Lkw im Werk von Mercedes-Benz. dapd

Lkw im Werk von Mercedes-Benz.

FrankfurtDie Talfahrt in der europäischen Nutzfahrzeugbranche hat sich zum Jahresende beschleunigt. Im Dezember brach der Verkauf von Transportern, Lastwagen, Sattelschleppern und Bussen in Ländern der Europäischen Union um fast ein Viertel auf rund 126.000 Fahrzeuge ein - das war der größte monatliche Rückgang des Jahres 2012, wie der Herstellerverband ACEA am Dienstag in Brüssel bekanntgab.

Im November hatte das Minus bei 18,5 Prozent gelegen. Im Gesamtjahr sank der Absatz um 12,4 Prozent auf knapp 1,7 Millionen Nutzfahrzeuge. Viele Unternehmen schieben Investitionen in Lastwagen wegen der Konjunkturkrise in Europa auf die lange Bank.

Dazu werden weniger Waren transportiert, deshalb halten auch Fuhrparkbesitzer und Speditionen länger an ihren Fahrzeugen fest. Das dürfte laut Experten erst einmal so weitergehen: "Auch der Jahresbeginn 2013 dürfte kaum Besserung bringen", schrieb LBBW-Anayst Frank Biller zu den ACEA-Zahlen.

Nutzfahrzeughersteller wie Daimler, MAN oder die schwedische Volkswagen -Tochter Scania haben nicht nur in Europa Probleme - auch im einstigen Boomland Brasilien stockt das Wachstum. Dagegen laufen die Geschäfte in Nordamerika und Asien gut.

Insofern erwartet der weltgrößte Lkw-Hersteller Daimler 2013 einen steigenden Absatz: "Auch dieses Jahr wollen wir wachsen, insbesondere im zweiten Halbjahr", sagte Spartenchef Andreas Renschler am Montagabend bei der Präsentation eines neuen Baustellen-Lasters in München. Auch für Europa zeigten viele Experten verhaltenen Optimismus. "Wir sind vorbereitet, egal was kommt", sagte Renschler.

Im Dezember brachen die Neuzulassungen in Deutschland um 24,7 Prozent ein, noch schlechter lief es im krisengeschüttelten Spanien mit einem Minus von 34,2 Prozent. In Frankreich und Großbritannien schrumpften die Märkte um 21,3 und 15,5 Prozent.

Auch in Italien sah es mit einem Rückgang von 20,3 Prozent düster aus. Dabei brach die Nachfrage nach Transportern mit einem Minus von 24,3 Prozent am stärksten ein, bei Lastwagen und Schwertransportern lag das Minus auch jeweils über 20 Prozent. Lediglich Busse wurden mehr verkauft - im Dezember stieg der Absatz um 11,9 Prozent, im Gesamtjahr um 1,4 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Gast

29.01.2013, 13:45 Uhr

Aber mit der Konjunktur soll es bergauf gehen... Wahrscheinlich liefern die Spediteure demnächst mit dem Fahrrad aus.

Account gelöscht!

29.01.2013, 13:51 Uhr

Hervoragend! Das HB hat es auch schon gemerkt!!!!
Und was bedeutet das für die Jubelarien in den anderen Artikeln bzw. für die Konjunktur? Ja, ja, die Unternehmen "schieben" es auf die Konjunktur, aber worauf "schieben" es die HB-Redakteure?

Es ist nett, daß einem die Umfrage/Meinungs-Indikatoren wie ZEW- und IFO-Indizes immer gleich mit der passenden
Interpretation geliefert wird, während die leider verheerenden harten Fakten heruntergespielt, maximal berichtet und möglichst ohne die Konsequenzen herauszuarbeiten präsentiert werden.

Hurrah, der Aktienmarkt kann damit weiter steigen und die Krise ist vorbei!

Account gelöscht!

29.01.2013, 13:52 Uhr

ups! So knapp und prägnant kann man das sagen. Und ich schreib mir da die Finger wund!

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