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16.05.2014

11:38 Uhr

Branchenverband Acea

Der deutsche Automarkt bremst Europa aus

Auf dem lange kriselnden europäischen Automarkt herrscht wieder Aufbruchsstimmung. Nur in Europas wichtigstem Markt Deutschland gibt es immer weniger Neuzulassungen. Die Autobauer profitieren trotzdem – zumindest manche.

Ein BMW-Luxusmodell auf einer Automesse in China: Deutsche Wagen sind nach wie vor gefragt – nur fragen die Deutschen kaum Autos nach. Reuters

Ein BMW-Luxusmodell auf einer Automesse in China: Deutsche Wagen sind nach wie vor gefragt – nur fragen die Deutschen kaum Autos nach.

BrüsselNach der herben Flaute im vergangenen Jahr macht Europas Autobranche wieder etwas Boden gut - im wichtigsten Markt Deutschland gibt es jedoch Bremsspuren. Im April stiegen die Neuzulassungen in der EU zwar den achten Monat in Folge, wie der Branchenverband Acea am Freitag in Brüssel mitteilte. Wegen der späten Osterfeiertage verbuchte die Bundesrepublik aber die EU-weit niedrigste Zuwachsrate (4,6 Prozent) seit November. 1,09 Millionen Neuwagen bedeuteten außerdem den drittschlechtesten April-Wert seit 2003, dem Beginn der Aufzeichnungen für den erweiterten EU-Raum.

Während es in Deutschland nach unten ging, wuchsen die nächstgrößeren Märkte Großbritannien, Frankreich und Italien. In Spanien, wo die Verkäufe wegen der nachlassenden Nachfrage während der Schuldenkrise dramatisch eingebrochen waren, stiegen die Neuzulassungen sogar um fast 30 Prozent. Dort schoben staatliche Förderprogramme und die Anschaffung von Mietwagen vor der Urlaubssaison das Geschäft an.

US-Automarkt: Deutsche Hersteller bleiben auf der Überholspur

US-Automarkt

Deutsche Hersteller bleiben auf der Überholspur

Der amerikanische Automarkt ist neben China der wichtigste der Welt, die Verkäufe boomen. Vorn dabei: die deutsche Autoindustrie. Im April waren deutsche Hersteller in den USA weiter auf Rekordfahrt - bis auf VW.

Bis auf die Opel-Mutter General Motors und den südkoreanischen Autobauer Hyundai konnten praktisch alle großen Hersteller ihren Absatz in Europa steigern. Zwar brachten die Rüsselsheimer im April rund acht Prozent mehr Autos auf die Straße - gleichzeitig brachen die Verkaufszahlen der Konzernschwester Chevrolet jedoch um drei Viertel ein, nachdem diese ihren Rückzug aus Europa angekündigt hatte. Dieses Minus fraß die Zuwächse von Opel mehr als auf.

Alle Anbieter zusammen verkauften in der EU seit Jahresbeginn 4,3 Millionen Autos - gut sieben Prozent mehr als in den ersten vier Monaten 2013, als die Zahlen einen historischen Tiefstand erreichten.

Außerhalb Europas hielten die weltgrößten Märkte China und USA die Branche auf Wachstumskurs. In den Vereinigten Staaten stiegen die Verkaufszahlen im April um acht Prozent, im Reich der Mitte legten sie zweistellig zu. Dagegen schrumpften andere Märkte wie Russland und Brasilien laut Zahlen des deutschen Branchenverbands VDA.

Im größten südamerikanischen Staat kämpft vor allem Europas Nummer eins. Die Marke Volkswagen Pkw sackte im Land des diesjährigen Fußball-WM-Gastgebers in den ersten vier Monaten um fast 18 Prozent ab. Insgesamt gingen die Neuzulassungen dort um knapp fünf Prozent zurück. In Russland bremst nicht nur die Ukraine-Krise samt der Abwertung des Rubels. Auch das allgemein schwache Wirtschaftswachstum lasse optimistische Erwartungen der Autobauer und Zulieferer platzen, schrieb das Beratungsunternehmen Roland Berger Anfang der Woche. Bis 2020 dürften die Verkaufszahlen nicht wie ursprünglich angenommen auf vier Millionen Autos steigen, sondern nur auf 3,3 Millionen Stück.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

16.05.2014, 12:02 Uhr

Ist ja klar, die blöden Deutschen dürfen die Luxuskarossen der Südländer finanzieren, da bleibt für sie selbst natürlich nix mehr übrig

Account gelöscht!

16.05.2014, 13:14 Uhr

Wie sollen die Deutschen aber auch noch die teuren Autos kaufen können? Bei der Steuer- und Abgabequote, EEG-Umlage usw. bleibt nicht mehr viel netto vom brutto. Hinzu kommt die Enteignung des Sparguthabens durch die EZB. Ich finds gut so, denn vielleicht kommt dann endlich mal Druck auf die Regierung von der Seite, auf die Frau Merkel hört, dank großzügiger Parteispenden.

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