Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.09.2012

07:23 Uhr

Der brasilianische Ölkonzern Petrobras will die Tiefseereserven vor der Küste anzapfen. Reuters

Der brasilianische Ölkonzern Petrobras will die Tiefseereserven vor der Küste anzapfen.

Sao PauloEs sollte die triumphale Wiedergeburt der brasilianischen Werftindustrie sein - doch sie ging gründlich schief: Als der 274 Meter lange Öltanker Joao Cândido Mitte 2010 vom Stapel lief, mussten ihn Schlepper schleunigst wieder in die Werft zurückschieben. Der Öltanker drohte wegen löchriger Schweißnähte zu sinken.

Mit zwei Jahren Verspätung konnte der Tanker der Suezmax-Größe, der fast die halbe Tagesproduktion der brasilianischen Ölindustrie aufnehmen kann, im Mai seine erste Fahrt zu den Ölplattformen Brasiliens vor der Küste Rio de Janeiros antreten. Die weltweit größten Ölfunde seit Jahrzehnten.

Die größten börsennotierten Ölkonzerne der Welt

Die größten Öl- und Gaskonzerne

Sie fördern und raffinieren Erdöl oder Gas und betreiben riesige Tankstellennetze. Wie viel die zehn größten Öl- und Gaskonzerne der Welt an der Börse wert sind.

Quelle: Bloomberg, Stand: 26.7.2012

Platz 10

ENI (Italien)

Der italienische Öl- und Gaskonzern erreicht mit einer Marktkapitalisierung von 70 Milliarden Dollar Rang zehn unter den Energiekonzernen. Das Unternehmen mit Sitz in Rom ist der größte Gasversorger Italiens. Neben dem Öl- und Gasgeschäft mit Exploration, Förderung, Raffinerie und Vertrieb sind die Italiener auch im Stromgeschäft aktiv.

Platz 9

Sinopec (China)

Der chinesische Mineralölriese zählt zu den größten Energiekonzernen des Landes und erreicht an der Börse eine Marktkapitalisierung von 80,9 Milliarden Dollar. Das Unternehmen mit Sitz in Peking ist im Hang-Seng-Index notiert.

Platz 8

Total (Frankreich)

Die Franzosen betreiben in Europa ein dichtes Tankstellennetz. In mehr als 30 Ländern fördert der Konzern Öl und Gas. Der Konzern mit Sitz in Courbevoie nahe Paris erreicht einen Börsenwert von 124 Milliarden Dollar.

Platz 7

Gazprom (Russland)

Der russische Konzern rangiert an der Weltspitze der Gasförderer. Das Moskauer Unternehmen ist an der Börse mit 116 Milliarden Dollar bewertet. Gazprom kontrolliert fast die gesamte Erdgasförderung Russlands.

Platz 6

Petrobras (Brasilien)

Der halbstaatliche Konzern mit Sitz in Rio de Janeiro hat eine Marktkapitalisierung von 125,1 Milliarden Dollar. Die Brasilianer sind besonders in der Offshore-Förderung von Öl stark. Der Konzern wurde ursprünglich zur Abwehr von US-Konzernen gegründet.

Platz 5

BP (Großbritannien)

Die Katastrophe im Golf von Mexiko hat den Konzern in Bedrängnis gebracht. Aktuell ist das Unternehmen mit 129,1 Milliarden Dollar bewertet. In Deutschland wird Benzin und Diesel unter der Marke Aral vertrieben.

Platz 4

Chevron (USA)

Der US-Konzern ist auf dem Parkett 213,4 Milliarden Dollar wert. Die Hauptsitze sind im kalifornischen San Ramon sowie im brasilianischen Fortaleza. Der Konzern ist im Bereich der geothermischen Energiegewinnung führend.

Platz 3

Royal Dutch Shell (Großbritannien)

Das Unternehmen mit Sitz in London und Den Haag zählt zu den drei größten Öl- und Gaskonzernen der Welt. Shell ist in mehr als 180 Ländern aktiv. An der Börse ist der Konzern mit 216,4 Milliarden Dollar bewertet.

Platz 2

PetroChina (China)

Die Chinesen schoben sich auf rang zwei der größten Öl- und Gaskonzerne vor. An der Börse ist der Konzern 249,2 Milliarden Dollar wert. Das Unternehmen ist besonders im Sudan aktiv und steht deswegen in der Kritik.

Platz 1

Exxon Mobil (USA)

Die Spitze der Öl- und Gaskonzerne erobert Exxon Mobil mit einer Marktkapitalisierung von 399,7 Milliarden Dollar. Das Unternehmen entstand 1999 durch den Zusammenschluss von Exxon mit Mobil Oil. Das Unternehmen gilt als Nachfolger der Standard Oil Company des legendären Milliardärs John D. Rockefeller.

Die Panne beim Tankerbau ist symptomatisch für die Ölindustrie Brasiliens: Denn einerseits hat der staatlich kontrollierte Ölkonzern Petrobras vor fünf Jahren die weltweit größten Ölfunde seit Dekaden verkünden können. In extremen Meerestiefen lagern vor der Küste Brasiliens nachgewiesen rund 31 Milliarden Fass Öl, womit sich Brasiliens Reserven verdoppeln würden, wenn sie angezapft werden.

Es gibt Schätzungen von weiteren 80 Milliarden Fass, die in Tiefen von 7000 Metern unter der Wasseroberfläche lagern könnten. Das Problem jedoch: Brasilien gelingt es nicht, seinen Schatz zu heben. Trotz gewaltiger Investitionen gestaltet sich der Aufbau der eigenen Ölindustrie schwieriger als erwartet.

Energie: Mexikos Ölreserven schwinden

Energie

Mexikos Ölreserven schwinden

Mexiko ist die siebtgrößte Öl-Nation. Doch das Land muss den Rohstoff 2020 wohl importieren. Dem Öl-Monopolisten Pemex fehlt das Geld, um neue Quellen zu erschließen. Ausländische Konzerne dürfen nicht fördern.

Denn die Regierung hat der Industrie die Vorgabe gemacht, dass rund zwei Drittel der Förderinfrastruktur in Brasilien hergestellt werden muss. Damit will die Regierung kurzfristig rund zwei Millionen Arbeitsplätze schaffen und Brasilien mittelfristig zum führenden Anbieter von Off-Shore-Förderungstechnologie aufbauen. Petrobras hat dafür bis 2020 ein Investitionsbudget von 270 Milliarden Dollar eingeplant. Es ist eines der größten Investitionsvorhaben eines einzelnen Konzerns weltweit.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×