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13.01.2011

16:47 Uhr

Brauer

Preiskrieg macht Radeberger und Warsteiner zu schaffen

Der deutsche Biermarkt schrumpft und mit ihm der Absatz der Brauereien. Deutschlands größte Brauereigruppe Radeberger und Konkurrent Warsteiner melden Absatzrückgänge im Jahr 2010.

Frisch gezapftes Radeberger: Der Absatz von Deutschlands größter Brauereigruppe ist geschrumpft.

Frisch gezapftes Radeberger: Der Absatz von Deutschlands größter Brauereigruppe ist geschrumpft.

HB FRANKFURT. Der Radeberger-Absatz sank 2010 um 2,5 Prozent auf 13,1 Millionen Hektoliter, wie das zur Oetker-Gruppe zählende Unternehmen in Frankfurt am Main mitteilte. Der komplette Markt verlor etwa drei Prozent Menge. Trotz des geringeren Absatzes konnte Radeberger nach eigenen Angaben seinen Umsatz um zwei Prozent auf 1,6 Milliarden Euro steigern, was aber allein aus dem Zukauf der Marke Bionade zurückzuführen ist.

Die Verluste sogenannter Konsumbiere wie Sternburg oder Hansa seien teils von höherpreisigen Bieren (Jever, Ur-Krostitzer) und Mineralwasser (Selters) aufgefangen worden. Verluste mussten das Flaggschiff Radeberger, die Weizen-Marke Schöfferhofer und die Limo Bionade hinnehmen.

In der Warsteiner-Gruppe ging der Getränkeausstoß von 5,7 auf 5,4 Millionen Hektoliter zurück, der Gruppenumsatz entwickelte sich den Angaben zufolge mit 563 Millionen Euro aber leicht positiv. Vor allem die Stammmarke habe nach einer langen Durststrecke 2010 erstmals wieder leicht zulegen können.

Radeberger-Chef Albert Christmann beklagte in einer Mitteilung den ruinösen Preiskrieg auf dem extrem angespannten Biermarkt, an dem sich Radeberger nicht beteiligt habe. "Bier ist 2010 in Deutschland zu unfassbaren, vor zwei oder drei Jahren undenkbaren Preisen regelrecht verramscht worden. Das hat manchem Markenhersteller wehgetan, das hat Marge gekostet und vor allem mühsam aufgebaute Markenwerte mit einem Federstrich infrage gestellt." Mit den Preisschlachten sei am Ende nicht mehr Menge verkauft worden, sagte Christmann. "Es wurde nur das verkauft, was sowieso Abnehmer gefunden hätte, nur eben zu einem schmerzlich niedrigeren Preis."

Man werde auch in diesem Jahr an der Strategie festhalten, Marge vor Menge zu stellen, erklärte der Frankfurter Brauer. Er rechne damit, dass die Preisschlachten im Handel unverändert weitergingen, während auf der anderen Seite die Rohstoffpreise zum Beispiel für Getreide explodierten. Gleichzeitig stiegen die Preise für Energie, Glas, Kronkorken und Papier. Damit stehe das Thema Preiserhöhungen in diesem Jahr auf der Tagesordnung.

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