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15.08.2012

16:43 Uhr

Braukonzern

Wetter und Finanzkrise belasten Carlsberg

Dem viertgrößten Braukonzern der Welt machen der miese Sommeranfang und die Finanzkrise zu schaffen: Das operative Ergebnis sank. Wegen guter Geschäfte in Russland hält der Braukonzern aber an seiner Jahresprognose fest.

Das Carlsberg-Logo in einem Pub in London. Reuters

Das Carlsberg-Logo in einem Pub in London.

KopenhageDer ungewöhnlich kühle Sommerbeginn in Westeuropa hat dem Bierbrauer Carlsberg trotz starker Geschäfte während der Fußball-Europameisterschaft das Ergebnis verdorben. An seiner Jahresprognose hält die weltweite Nummer vier der Branche am Mittwoch dennoch fest.

Der dänische Konzern, zu dem auch Marken wie Tuborg, Astra, Holsten oder Lübzer gehören, musste im zweiten Quartal einen Rückgang des operativen Gewinnes um sechs Prozent auf knapp 3,5 Milliarden Kronen (466 Millionen Euro) hinnehmen. Analysten hatten einen leichten Anstieg erwartet. Der Absatz in Nord- und Westeuropa sank um je fünf Prozent. Der Analyst Stig Nymann von Arm. Brand sagte, dies könne darauf hindeuten, dass die Konjunkturkrise den Absatz eher teurer Biermarken drücke.

In Russland hingegen zog Carlsbergs Absatz um ein Prozent an. Der Konzern konnte dort seinen Marktanteil leicht auf 37,3 Prozent steigern. Das Geschäft in Nord- und Westeuropa steht bei Carlsberg für 55 Prozent des Umsatzes, Osteuropa für 33.

Die großen Brauer haben sich in der Vergangenheit stark auf Schwellenländer konzentriert. Während aber Rivalen wie SAB Miller nach Afrika und Lateinamerika gingen, investierte Carlsberg in Osteuropa und Russland. Inzwischen aber wächst der Markt in Russland kaum noch. Hier schlägt auch der Kampf der Regierung gegen Alkoholmissbrauch durch - etwa mit schärferen Vorschriften und höheren Steuern auf Bier.

Die größten Bierbrauer weltweit

Platz 10

BGI / Groupe Castel (Frankreich)

Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.

Ausstoß (Mio. hl): 29,8

*Quelle: Barth-Haas Group/Statista, alle Zahlen für 2015

Platz 9

Kirin (Japan)

Die Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.

Ausstoß (Mio. hl): 43,1

Platz 8

Beijing Yanjing Beer Company (China)

Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

Ausstoß (Mio. hl): 48,3

Platz 7

Molson-Coors (USA/Kanada)

Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.

Ausstoß (Mio. hl): 58,1

Platz 6

Tsingtao Brewery (China)

Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

Ausstoß (Mio. hl): 70,5

Platz 5

China Resource Brewery (China)

Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.

Ausstoß (Mio. hl): 117,4

Platz 4

Carlsberg (Dänemark)

Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

Ausstoß (Mio. hl): 120,3

Platz 3

Heineken (Niederlande)

Die Welt trinkt Heineken, möchte man meinen. Die Marke hat sich international längst etabliert. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.

Ausstoß (Mio. hl): 188,3

Platz 2

SAB Miller (Vereinigtes Königreich)

Die britische Brauerei ist berühmt-berüchtigt für das „Miller“. Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.

Ausstoß (Mio. hl): 191,3

Platz 1

Anheuser-Busch Inbev NV/ SA (Belgien)

Der amerikanisch-belgisch-brasilianische Brauriese kann seinen Marktenteil sogar weiter steigern. Mittlerweile stammt jedes fünfte Bier, das weltweit verkauft wird, aus dem Konzern. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.

Ausstoß (Mio. Hektoliter): 409,9

Ende Juli hatte der weltgrößte Brauer Anheuser Bush InBev (Beck's) einen Gewinnanstieg vermeldet, wegen höherer Marketing- und Transportkosten die Erwartungen aber verfehlt. Bei dem Konzern machen Nord- und Südamerika drei Viertel des Umsatzes aus.

Die Nummer zwei der Branche, SAB Miller (Pilsner Urquell), hatte über einen gestiegenen Absatz wegen des Dursts während der Fußball-EM berichtet. Allein im EM-Gastgeberland Polen war der Konsum um elf Prozent gestiegen. Carlsberg-Aktien stiegen am Mittwoch um zwei Prozent.

Von

rtr

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