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16.06.2011

14:20 Uhr

Bremen

Reedereien fordern Unterstützung von der Bundesregierung

Wer unter deutscher Flagge fährt, ist im Nachteil, den anderer Ländern verlangen weniger Geld. Deshalb fordern die Bremer Reedereien die Unterstützung der Bundesregierung. Sonst droht eine Ausflaggungswelle.

Ein Containerschiffe am Containerterminal in Bremerhaven. Quelle: dpa

Ein Containerschiffe am Containerterminal in Bremerhaven.

Bremen Die Bremer Reedereien fordern eine verlässliche Unterstützung von der Bundesregierung. Die drastische Kürzung der Beihilfen durch den Bund stelle den Pakt zwischen der maritimen Wirtschaft und dem Bund
insgesamt infrage, sagte der Vorsitzende des Bremer Rhedervereins, Thorsten Mackenthun, am Donnerstag. Sollte es bis Ende August keine Lösung geben, drohe eine Ausflaggungswelle. „Das geht ruckzuck.“

Nach Mackenthuns Angaben kostet ein unter deutscher Flagge fahrendes Schiff pro Jahr etwa 450.000 bis 500.000 Euro mehr als ein Schiff, das unter der Flagge eines Staates wie Zypern oder Malta fährt. Mit den Hilfen des Bundes konnte dieser Wettbewerbsnachteil, der unter anderem aus den hohen Lohnnebenkosten in Deutschland resultiert, bislang auf rund 250.000 bis 300.000 Euro reduziert werden. Die Beihilfen aus Berlin hätten im vergangenen Jahr 57 Millionen Euro betragen.

Trotz dieser Gelder verbleibt nach Rechnung des Vereins unter dem Strich ein Gewinn von mehr als 100.000 Euro pro Schiff und Jahr beim Fiskus und den Sozialkassen in Deutschland. Die Reedereien haben nach Mackenthuns Überzeugung ihren Teil des 1998 begonnenen schifffahrtspolitischen Bündnisses erfüllt und bis Ende 2008 mehr als 500 Schiffe unter deutsche Flagge geholt. Die Ausbildungszahlen wurden verdoppelt, die Kapazitäten an den nautischen Hochschulen mit Hilfe der Reeder ausgebaut.

Weil Schifffahrt international sei, lasse sie sich von Deutschland aus ebenso gut und deutlich günstiger unter ausländischer Flagge betreiben. Das hätte aber an anderer Stelle negative Auswirkung, sagte der Vorsitzende: „Ohne nautischen Nachwuchs drohen Reedereistandorte mittel- bis langfristig auszutrocknen.“ Die Wirtschaftslage sei nach der schweren Krise für die Reedereien je nach Schiffstyp und Schiffsgröße unterschiedlich. Bei Containerschiffen mit mehr als 2.000 Standardcontainern sei die Lage befriedigend, bei kleineren Schiffen schwierig. Ähnlich differenziert sei das Bild beim Transport von Massengütern, bei der Tank- und Projektschifffahrt.

Von

dpa

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