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10.07.2012

15:31 Uhr

Brillenhersteller

Rodenstock steckt immer noch in den roten Zahlen

Der Brillenhersteller Rodenstock ächzt unter einem Schuldenberg von mehr als 300 Millionen Euro. Die Zinsen dafür drücken das Traditionsunternehmen weiterhin in die Verlustzone. Besserung soll aber in Sicht sein.

Eine Brille der Firma Rodenstock. dpa

Eine Brille der Firma Rodenstock.

MünchenDeutschlands größter Brillenhersteller Rodenstock steckt nach seiner Existenzkrise vor zwei Jahren immer noch in den roten Zahlen. Im vergangenen Jahr drückten die Zinsen für die hohe Schuldenlast von 340 Millionen Euro auf das Ergebnis, wie Rodenstock-Chef Oliver Kastalio am Dienstag in München berichtete. Wie hoch der Verlust unter dem Strich ausfiel, ließ er auch auf Nachfragen offen. Die akute Krise habe Rodenstock aber überwunden. „Momentan haben wir keine Insolvenzgefahr“, betonte er.

Das Traditionsunternehmen mit rund 4000 Beschäftigten war im Jahr 2010 nach einem massiven Umsatzrückgang in Not geraten. Vor allem Billigbrillen aus dem Supermarkt und Internet-Konkurrenz machten dem Unternehmen zu schaffen. Erst nach einer monatelangen Zitterpartie einigte sich Rodenstock Anfang vergangenen Jahres mit den Banken auf eine weitere Finanzierung. Um langfristig zu überleben, muss Rodenstock aber profitabel werden und sich von Schulden befreien. Nach Einschätzung von Kastalio ist Rodenstock inzwischen auf dem richtigen Weg. Spätestens 2014 solle die Gewinnschwelle überschritten werden. „Mein persönlicher Anspruch ist es aber, dies schon 2013 zu erreichen.“

Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbuchte Rodenstock 2011 einen Gewinn von rund 55 Millionen Euro und damit in etwa soviel wie 2010. Im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen, das mehrheitlich dem Finanzinvestor Bridgepoint gehört, auf dieser Basis mit einem Plus von 14 Prozent.

Das sind Deutschlands größte Optiker

Platz 10

Die Kette Eyes and More eröffnet mit einem Jahresumsatz im Jahr 2014 von 33,2 Millionen Euro die Top Ten. 2006 eröffnete in Lübeck die erste Filiale. Mittlerweile hat das Unternehmen mit Sitz in Bad Segeberg ein rasantes Wachstum hingelegt und 79 Filialen, die in Eigenregie oder Franchising betrieben werden.

Platz 9

Krass Optik machte 2014 in Deutschland 38,3 Millionen Euro Umsatz. Die Kette mit Sitz in Dornach-Aschheim hatte zu diesem Zeitpunkt 67 Filialen.

Platz 8

Abele Optik liegt mit 38,5 Millionen Euro Jahresumsatz auf dem achten Platz. 1945 in Würzburg gegründet betreibt die Optiker-Kette heute 72 Filialen. Die Anzahl der Geschäfte ist seit Jahren stabil.

Platz 7

Die Kette Binder Optik macht mit ihren deutschen Niederlassungen einen Jahresumsatz von 40,1 Millionen Euro. 49 Filialen betreibt das Unternehmen in Deutschland. Binder Optik wurde 1975 von Helmut und Gabriele Baur in Böblingen gegründet und ist vor allem im Süden Deutschlands vertreten. Es gibt aber auch Filialen auf Mallorca.

Platz 6

Optik Matt ist nach Umsatz die sechstgrößte Kette in Deutschland. Das Unternehmen machte mit seinen 71 deutschen Filialen 2014 einen Umsatz von 43 Millionen Euro. Optik Matt wurde 1955 von Hannelore und Bernhard Matt in Regensburg gegründet.

Platz 4

Mit einem Jahresumsatz von 47 Millionen Euro liegt Optiker Bode auf Rang fünf. Die Kette betrieb Ende 2014 insgesamt 74 Filialen in Deutschland. Hans Bode eröffnete 1938 in Hamburg-Barmbek die erste Filiale.

Platz 4

Die Aktivoptik Service AG liegt mit einem Jahresumsatz von 48,3 Millionen Euro auf Rang vier der Liste. Inklusive Franchisepartner hatte das Unternehmen 2014 insgesamt 79 Filialen. Die erste wurde 1989 in Gensingen eröffnet. Das Unternehmen bietet mittlerweile auch Hörgeräte an.

Platz 3

Die Kette Pro Optik liegt mit 112 Millionen Euro Jahresumsatz auf dem dritten Platz in Deutschland. Inklusive Franchisepartnern hat betreibt das Unternehmen 126 Filialen. Pro Optik wurde 1985 von Rainer Hildebrandt und Peter Hoppert gegründet. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Wendlingen und in den vergangenen Jahren ein kräftiges Wachstum bei den Filialen hinter sich.

Platz 2

Mit einem Jahresumsatz von 426 Millionen Euro ist Apollo Optik die Nummer zwei in Deutschland. Das Unternehmen betreibt mit seinen Franchisepartner die meisten Filialen in Deutschland. 2014 waren es 751. Doch am Branchenprimus in Deutschland kommt Apollo Optik beim Umsatz nicht vorbei.

Platz 1

Fielmann ist die unumstrittene Nummer eins in Deutschland. 2014 machte das Unternehmen einen Umsatz von 973 Millionen Euro mit seinen Niederlassungen in Deutschland. 582 davon betrieb die börsennotierte AG Ende 2014. Das Unternehmen wuchs damit in den vergangenen Jahren leicht. 2009 waren es noch 551 Optik-Geschäfte.

Quelle: ZVA

Beim Umsatz hat Rodenstock den jahrelangen Abwärtstrend gestoppt. Nach einem leichten Plus von 1,5 Prozent auf 366 Millionen Euro im Jahr 2011 steigerte das Unternehmen die Erlöse im ersten Halbjahr des laufenden Jahres um sieben Prozent auf 196,3 Millionen Euro. Dazu hat vor allem das Ausland beigetragen. „In China sind wir um 45 Prozent gewachsen“, sagte Kastalio, der seit November 2010 an der Spitze steht. Rund 80 Prozent des Umsatzes macht Rodenstock mit Brillengläsern, 20 Prozent mit Fassungen. Neben der Eigenmarke gehören dazu auch Porsche Design, Mercedes und Dunhill.

Den Firmensitz hat Rodenstock nach mehr als 100 Jahren von der Münchner Innenstadt an den Stadtrand verlagert. Vor wenigen Monaten zogen die rund 450 Mitarbeiter der Zentrale um. Das alte Rodenstock-Gebäude an der Isar wird derzeit abgerissen, dort sollen luxuriöse Eigentumswohnungen gebaut werden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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anonym

10.07.2012, 16:08 Uhr

War Herr Rodenstock nicht immer ein Vorzeigeunternehmer.
Siehe da,auch Ihm kann das passieren,man sollte immer schön auf dem Teppich bleiben.

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