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10.01.2014

13:49 Uhr

Brillenindustrie

Eine Brille für den Sport, eine fürs Smartphone

In der Brillenindustrie geht es wieder aufwärts. Die Verbraucher sind in Kauflaune und sollen der Branche auch in diesem Jahr zu einem Umsatzplus verhelfen. Dabei setzten die Optiker auch auf die Zweit- und Drittbrille.

Brillen-Gestelle hängen in einem Fielmann-Geschäft in Hamburg. Die Brillenindustrie will weiter wachsen und setzt dafür auf Zweit- und Drittbrille. dpa

Brillen-Gestelle hängen in einem Fielmann-Geschäft in Hamburg. Die Brillenindustrie will weiter wachsen und setzt dafür auf Zweit- und Drittbrille.

MünchenDie deutsche Brillenindustrie setzt bei ihren Wachstumsplänen in diesem Jahr auch auf zusätzliche Brillen für Sport, Arbeit und Freizeit. Nach einem Umsatzplus von 2,3 Prozent auf erstmals gut vier Milliarden Euro im vergangenen Jahr könnten die Erlöse 2014 um 3,5 Prozent zulegen, sagte der Chef des Branchenverbandes Spectaris, Josef May, am Freitag zur Eröffnung der Messe Opti in München. Bis Sonntag (12.1.) zeigen dort rund 500 internationale Aussteller neue Trends und Materialien rund um Brillen und Kontaktlinsen.

In Deutschland gibt es nach Branchendaten fast 42 Millionen Brillenträger. 3,4 Millionen Menschen tragen Kontaktlinsen, in der Regel im Wechsel mit ihren Brillen. Auf zusätzliche Abnehmer hoffen die Augenoptiker etwa bei Sonnenbrillen, zumal 13,2 Milllionen Erwachsene in Deutschland noch keine Sonnenbrille besäßen, sagte May. Aber auch spezielle Bildschirm- und Smartphone-Brillen sowie Brillen für sportliche Aktivitäten wie Wandern oder Radfahren sollen Kunden bringen.

Das sind Deutschlands größte Optiker

Platz 10

Die Kette Eyes and More eröffnet mit einem Jahresumsatz im Jahr 2014 von 33,2 Millionen Euro die Top Ten. 2006 eröffnete in Lübeck die erste Filiale. Mittlerweile hat das Unternehmen mit Sitz in Bad Segeberg ein rasantes Wachstum hingelegt und 79 Filialen, die in Eigenregie oder Franchising betrieben werden.

Platz 9

Krass Optik machte 2014 in Deutschland 38,3 Millionen Euro Umsatz. Die Kette mit Sitz in Dornach-Aschheim hatte zu diesem Zeitpunkt 67 Filialen.

Platz 8

Abele Optik liegt mit 38,5 Millionen Euro Jahresumsatz auf dem achten Platz. 1945 in Würzburg gegründet betreibt die Optiker-Kette heute 72 Filialen. Die Anzahl der Geschäfte ist seit Jahren stabil.

Platz 7

Die Kette Binder Optik macht mit ihren deutschen Niederlassungen einen Jahresumsatz von 40,1 Millionen Euro. 49 Filialen betreibt das Unternehmen in Deutschland. Binder Optik wurde 1975 von Helmut und Gabriele Baur in Böblingen gegründet und ist vor allem im Süden Deutschlands vertreten. Es gibt aber auch Filialen auf Mallorca.

Platz 6

Optik Matt ist nach Umsatz die sechstgrößte Kette in Deutschland. Das Unternehmen machte mit seinen 71 deutschen Filialen 2014 einen Umsatz von 43 Millionen Euro. Optik Matt wurde 1955 von Hannelore und Bernhard Matt in Regensburg gegründet.

Platz 4

Mit einem Jahresumsatz von 47 Millionen Euro liegt Optiker Bode auf Rang fünf. Die Kette betrieb Ende 2014 insgesamt 74 Filialen in Deutschland. Hans Bode eröffnete 1938 in Hamburg-Barmbek die erste Filiale.

Platz 4

Die Aktivoptik Service AG liegt mit einem Jahresumsatz von 48,3 Millionen Euro auf Rang vier der Liste. Inklusive Franchisepartner hatte das Unternehmen 2014 insgesamt 79 Filialen. Die erste wurde 1989 in Gensingen eröffnet. Das Unternehmen bietet mittlerweile auch Hörgeräte an.

Platz 3

Die Kette Pro Optik liegt mit 112 Millionen Euro Jahresumsatz auf dem dritten Platz in Deutschland. Inklusive Franchisepartnern hat betreibt das Unternehmen 126 Filialen. Pro Optik wurde 1985 von Rainer Hildebrandt und Peter Hoppert gegründet. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Wendlingen und in den vergangenen Jahren ein kräftiges Wachstum bei den Filialen hinter sich.

Platz 2

Mit einem Jahresumsatz von 426 Millionen Euro ist Apollo Optik die Nummer zwei in Deutschland. Das Unternehmen betreibt mit seinen Franchisepartner die meisten Filialen in Deutschland. 2014 waren es 751. Doch am Branchenprimus in Deutschland kommt Apollo Optik beim Umsatz nicht vorbei.

Platz 1

Fielmann ist die unumstrittene Nummer eins in Deutschland. 2014 machte das Unternehmen einen Umsatz von 973 Millionen Euro mit seinen Niederlassungen in Deutschland. 582 davon betrieb die börsennotierte AG Ende 2014. Das Unternehmen wuchs damit in den vergangenen Jahren leicht. 2009 waren es noch 551 Optik-Geschäfte.

Quelle: ZVA

Als Zukunftstrends gelten neben Datenbrillen wie Google Glass auch Brillen aus dem 3D-Drucker. Dazu zeigen auf der Opti die belgische Firma Hoet und das deutsche Startup FrameLApp ihre neuesten Entwicklungen. Bei den Brillenfassungen erwarten die Fachbesucher in diesem Jahr viele Naturmaterialien wie Holz, Horn und Bambus, aber auch noch ausgefallenere Modelle aus Gold, Papier oder mit Steinbeschichtungen. Die sogenannten Nerd-Brillen dagegen laufen allmählich aus, und die Fassungen würden wieder dünner, heißt es. Gefragt seien dafür Pilotenbrillen und Sonnenbrillen im XXL-Format.

Etwa die Hälfte ihrer Umsätze macht die deutsche augenoptische Industrie im Ausland. Während die Exporte nach Mittel- und Südamerika sowie nach Afrika, Australien und Neuseeland im vergangenen Jahr kräftig zulegen konnten, blieben die Ausfuhren nach Asien und Nordamerika leicht unter dem Vorjahresniveau. Auch die Exporte in die Europäische Union stagnierten nahezu. Die Messe Opti gilt als deutschlandweit wichtigster Branchentreff. Im vergangenen Jahr kamen gut 23 000 Fachbesucher zu der Schau.

Von

dpa

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