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13.02.2004

07:27 Uhr

Britischer Pharmakonzern unter Druck durch Generika - 2004 kaum Wachstum erwartet - Aktie bricht ein

Bittere Medizin für Glaxo Smithkline

VonAndreas Hoffbauer (Handelsblatt)

Der zweitgrößte Pharmakonzern der Welt, die britische Glaxo Smithkline plc (GSK), steht vor einem schweren Jahr. Durch die zunehmende Konkurrenz von Generika sei 2004 nicht mit einem Zuwachs beim Gewinn zu rechnen, sagte GSK-Chef Jean-Pierre Garnier am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in London. Der Aktienkurs brach darauf zunächst um 6 % ein.

LONDON. Trotz einer guten Finanzsituation will sich der Pharmariese nicht an den Übernahmekämpfen in der Branche beteiligen. Sein Konzern habe keine Pläne für weitere Fusionen oder Übernahmen, sagte der Konzernchef. GSK war in der Branche als möglicher Retter für Aventis gesehen worden. Aventis kämpft seit Wochen gegen ein feindliches Übernahmeangebot von Sanofi- Synthélabo.

„Wir werden auch nichts von uns verkaufen“, dämpfte Garnier weitere Spekulationen, dass sein Konzern etwa den Bereich der rezeptfreien Medikamente abgeben könnte. Dieser Markt entwickele sich gut und sei eine „große Chance“ für die Zukunft, hieß es.

Für das laufende Jahr erwartet GSK einen nach Wechselkursen bereinigten Gewinn auf Vorjahresniveau. Analysten befürchten, dass dies mit Blick auf die Dollar-Schwäche einen Rückgang von 7 % bedeuten kann. 2003 waren die GSK-Umsätze (bereinigt von Währungsschwankungen) um 5 % auf 21,4 Mrd. £ (31,5 Mrd. Euro) gestiegen, der Vorsteuergewinn legte auf gleicher Basis 8 % auf 6,7 Mrd. £ zu. Im vierten Quartal war dieser Gewinn jedoch um 20 % eingebrochen, was unter anderem den starken Druck durch die Generika-Konkurrenz deutlich macht.

2004 werden nach den Worten von Garnier vor allem die ersten neun Monate schwierig, „da wir den Umsatzeinbruch bei Paxil und Wellbutrin durch die konkurrierenden Generika auffangen müssen“. Ende 2004 sei aber wieder mit einer Erholung zu rechnen, und „2005 werden wir wieder stärker sein als je zuvor“, sagte Garnier. Er zeigte sich zuversichtlich, dass GSK im kommenden Jahr wieder zu seiner alten Wachstumsstärke von 16 % im Jahr zurückkehren werde.

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