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02.03.2011

06:33 Uhr

Britisches Stromnetz

Eon erlöst vier Milliarden Euro

Für Eon ist es ein Milliardendeal: Der Energiekonzern verkauft sein britisches Stromnetz an den US-Versorger PPL. Damit ist Eon aber noch lange nicht am Ende mit seiner Strategie, sich von Beteiligungen zu trennen.

Das Logo des Eon-Konzerns. Quelle: dpa

Das Logo des Eon-Konzerns.

Berlin/New YorkDer Energiekonzern Eon verkauft sein britisches Stromnetz an den US-Versorger PPL. Die Amerikaner legen für Eon Central Networks rund 4,1 Milliarden Euro in bar auf den Tisch, wie beide Unternehmen am frühen Mittwochmorgen mitteilten. Der US-Versorger übernimmt zudem Verbindlichkeiten im Wert von rund 590 Millionen Euro (500 Millionen Pfund), was eine Gesamtsumme von rund 4,7 Milliarden Euro ergibt. "Mit dem vereinbarten Kaufpreis realisieren wir einen exzellenten Wert für Eon", erklärte Konzernchef Johannes Teyssen. PPL schwingt sich mit dem Kauf zu einem der größten Stromversorger in Großbritannien auf. Die Transaktion soll Anfang April abgeschlossen sein.

Eon hatte angekündigt, bis Ende 2013 Beteiligungen im Wert von rund 15 Milliarden Euro zu veräußern. Der Verkauf des britischen Stromnetzes trage maßgeblich zum Erreichen dieses Ziel bei, erklärte Teyssen. Der größte deutsche Versorger hatte das britische Netz bereits vor Monaten zur Disposition gestellt.

Über das zweitgrößte Stromnetz Großbritanniens werden fünf Millionen Kunden versorgt. PPL hatte im vergangenen Jahr bereits für knapp sechs Milliarden Euro die US-Tochter von Eon erworben.

Für das britische Eon-Netz hatte sich auch der Hongkonger Milliardär Li Ka Shing interessiert. Am Wochenende hatte die "Sunday Times" berichtet, der Milliardär stehe vor einem Kauf der Anlagen für 4,3 Milliarden Euro. Lis Investmentgruppe Cheung Kong Infrastructure (CKI) hatte 2010 für 5,8 Milliarden Pfund das Stromnetz von EdF in Großbritannien gekauft.

Nach einer Einkaufstour in Südeuropa, Skandinavien und Russland drücken Eon Netto-Schulden von 45 Milliarden Euro.

Eon-Chef Teyssen hatte kürzlich für 3,4 Milliarden Euro die verbliebene Beteiligung am russischen Gazprom-Konzern versilbert. Der Buchgewinn lag bei 2,5 Milliarden Euro. Kurz vor Weihnachten verkaufte Eon für 255 Millionen Euro seine italienische Gasnetztochter. In der kommenden Woche legt Teyssen den Geschäftsbericht für 2010 vor.

Von

rtr

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