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09.01.2006

16:50 Uhr

Brunnenbetriebe unter Preisdruck

Ausländische Mineralwässer immer beliebter

Jeder Bundesbürger hat 2005 statistisch gesehen ein Gläschen mehr Mineralwasser getrunken als noch im Jahr zuvor. Die 226 deutschen Brunnenbetriebe sind dennoch nicht zufrieden, der kühle Sommer und die wachsende Beliebtheit ausländischer Mineralwässer sollen ihnen das Geschäft verhagelt haben.

HB BONN. Wie der Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) am Montag in Bonn mitteilte, stieg der Pro-Kopf-Verbrauch an Mineralwasser zwar um 0,2 Liter auf 126,9 Liter. Der Absatz der deutschen Brunnen sank jedoch um drei Prozent. In der ersten Jahreshälfte sei der Mineralwasserabsatz noch weitgehend konstant geblieben, berichtete VDM-Geschäftsführer Wolfgang Stubbe. Das schlechte Wetter im August habe dann jedoch zu einem drastischen Nachfrageeinbruch geführt. Zudem litten die deutschen Brunnen unter der wachsenden Konkurrenz importierter Mineralwässer, die ihre Absatzmenge um rund 20 Prozent steigern konnten.

Vor allem der klassische Sprudel mit viel Kohlensäure verlor bei den Bundesbürgern weiter an Beliebtheit. Zwar war er mit einem Anteil von gut 50 Prozent nach wie vor das meistgetrunkene Mineralwasser in Deutschland, doch ging der Absatz um sieben Prozent zurück. Bei Mineralwässern mit wenig Kohlensäure bliebt die Nachfrage dagegen unverändert und kohlensäurefreie Wässer konnten sogar deutlich zulegen.

Immer beliebter werden laut VDM Trendgetränke auf Mineralwasserbasis, so stieg der Absatz von Mineralwässern mit Aromen um 34 Prozent. Allerdings war ihr Marktanteil mit 1,2 Prozent noch gering. Auch der Absatz von Sport- , Energie- und ACE-Getränken ohne Kohlensäure nahm um rund sieben Prozent zu. Dagegen verringerte sich der Absatz der Heilwässer um 15,2 Prozent.

Fast 40 Prozent der Mineralwässer wurden 2005 über Lebensmittel-Discounter wie Aldi oder Lidl verkauft, fast doppelt so viel wie zwei Jahre zuvor. Unter dem damit verbundenen Preisverfall habe die gesamte Branche gelitten, betonte der VDM. Außerdem machten die steigenden Energie- und Transportkosten der Branche zu schaffen.

Von der Fußball-Weltmeisterschaft erwarte die Branche positive Effekte für ihre Geschäfte. „Die Fußball-WM wird sich sicherlich auswirken. In welchem Ausmaß - das ist noch nicht abzusehen“, sagte der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Mineralbrunnen (VDM), Wolfgang Stubbe. Sportliche Großereignisse sorgten erfahrungsgemäß für Mehrumsätze in der Gastronomie. Insgesamt rechne die Branche mit einem wieder steigenden Absatz 2006.

Den Wegfall der Insellösungen für die Rücknahme von Einwegverpackungen im Mai 2006 erwarte die Branche mit Spannung. „Da bleibt abzuwarten, wie sich letztlich der Handel und die Verbraucher entscheiden werden“, sagte Stubbe mit Blick auf die verschiedenen Verpackungen. „Mehrweg wird seinen Platz behalten“. Der Anteil der Glasflaschen am Ausstoß der deutschen Mineralbrunnen lag 2005 bei 45,6 Prozent.

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